Freibad als Schutzzone?

Kein Geld für Ausbau der Kohlfurt und der Fleckfuhr

Ebermannstadt. „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Erst machte die Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) den Ausbau von Flurwegen, die einen Lückenschluss von Radwegen darstellen, mit hohen Zuschüssen schmackhaft. Der Stadtrat stellte dafür 460.000 Euro in den Etat ein. Nun ist alles wieder „Essig“. Die (DLE) hat kein Geld.

Betroffen sind der Weg durch das Scheunenviertel und die „Kohlfurt“ mit dem Abstecher zur Brücke Richtung Rüssenbach, die Fleckfuhr Richtung Gasseldorf und die Verbindung von Neuses-Poxstall zum Flugplatz Feuerstein. Die Mittel für solche Projekte, hieß es in dem Schreiben der Direktion für Ländliche Entwicklung, seien für heuer bereits ausgeschöpft. Ob und wann die geplanten Maßnahmen bezuschusst werden können, blieb offen. Geld gibts vorerst nur, wenn andere Maßnahmen kostengünstiger realisiert werden können als vorgesehen. Dann muss der Stadtrat eine Prioritätenliste erstellen, welche der vier Wegebaumaßnahmen durchgeführt werden kann. Zur Kenntnis genommen hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss auch, welche der Flur- und Gemeinde-Verbindungsstraßen nach Meinung der DLE im Zuge des Flurbereinigungsverfahrens Moggast und Wolkenstein ausgebaut werden können. Dies ist zum einen der Bereich, auf dem das Feuerwehrfest statt gefunden hat, die rückwärtige Erschließung des Sportplatzes und der Weg zum Spiel- und Festplatz. Die anderen vorgeschlagenen Wege seien für die Erschließung landwirtschaftlicher Nutzflächen ausreichend, urteilten die Mitarbeiter der Direktion für Ländliche Entwicklung.

Etwas mehr Bewegungsfreiheit habe die Stadt erhalten, was die Aufnahme von Flächen in das „Natura 2000“ Verfahren anbetrifft freute sich Vizebürgermeister Alfons Dorn. Die ursprünglich als Schutzflächen ausgewiesenen Randbereiche der Dörfer im Mühlbachtal wurde ebenso wieder aus dem Planwerk herausgestrichen wie der Bereich bei der Ebermannstadter Kläranlage. Auf dem Papier noch eine Schutzzone ist der Bereich des Freibades Rothenbühl. Im Rahmen des Dialog-Verfahrens stellte der Umwelt- und Verkehrsausschuss den Antrag, dieses Bereich aus der Schutzzone heraus zu nehmen. Abgesehen davon zeigte sich das Gremium mit den Schutzgebieten einverstanden. Auf Unverständnis stieß hingegen die Mitteilung aus dem Landratsamt, wonach Gartenabfälle nur noch an Sammelplätzen (in Ebermannstadt beim Sportzentrum und im Oberland nach dem Schönungsteich Richtung Wohlmuthshüll) an bestimmten Tagen abgegeben werden können. Vor allem die zeitliche Einengung sei ein Problem fand Stadtrat Peter Schatz, zumal die traditionelle Grüngut-Sammlung im Herbst bereits ab heuer entfallen soll.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich daher dafür aus, dass Grüngut an allen Wertstoffhöfen mindestens einmal pro Woche angenommen werden soll. Die „Bewachung“ sorge für die Sortenreinheit. Bürgermeister Franz Josef Kraus versprach, diese Anregung weiter zu geben. Abschließend setzte er – kurz und bündig wie das entsprechende Schreiben aus dem Umweltministerium – das Gremium in Kenntnis, dass die Schutzwald-Beihilfe gestrichen wurde. Die finanzielle Lage zwinge dazu hieß es in der Mitteilung, in der darauf verwiesen wird, dass dieser Bescheid „beitragsfrei ist“. Bisher erhielt die Stadt 1162 Euro Beihilfe. Nun hat sie nur noch den Schutzwald, der aber erhalten bleiben muss.

JH


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