Der Stadtrat will keine Salami-Taktik

Grundsatzbeschluss: Keine Mobilfunk-Antennen auf öffentliche Gebäude – Dorferneuerung Buckenreuth

Ebermannstadt. Der Bauausschuss Ebermannstadt will vom Mobilfunkbetreiber Vodafone „keine Salami-Taktik, sondern ein Gesamtkonzept“. Gleichzeitig beschloss das Gremium, keine öffentlichen Gebäude für den Aufbau von Mobilfunk-Antennen zur Verfügung zu stellen.

Vodafon will seine Mobilfunk-Infrastruktur erweitern. In einem Schreiben an die Stadt informiert der Konzern, dass sich im Zuge der Planungen die Notwendigkeit neuer Standorte ergeben habe. Um eine ausreichende Qualität bei der UMTS-Technik gewährleisten zu können, sei innerhalb von Städten alle 600 Meter ein Sendemast notwendig.

Die Reichweite solcher Sender sei auf 300 Meter begrenzt, informiert der Mobilfunk-Betreiber, der deshalb anfragte, ob sich die Stadt bereit erkläre, auf dem Hallenbad, den Stadtwerken und der Kläranlage je einen Funkmast installieren zu lassen.

Alle drei Standorte, so hieß es, seien funktechnisch geeignet. Weitere UMTS Sendemasten sollen auf der Molkerei und dem Hochhaus im Mühlgraben errichtet werden.

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich hinsichtlich der Suche nach Mobilfunk-Standorten, die technisch geeignet und gleichzeitig „vertraglich gesichert“ werden sollen wenig kooperativ. Da „die sowieso machen was sie wollen“ und der Stadtrat, bzw Ausschuss, bei Antennen auf Privatgebäuden kein Mitspracherecht hat, einigte sich das Gremium darauf, kommunale Einrichtungen nicht für die Mobilfunk-Technik zur Verfügung zu stellen. Dies vor dem Hintergrund, dass der Vodafon-Vorstoß „erst der Anfang“ sei. Es sei jetzt schon absehbar, dass andere Mobilfunk-Betreiber wie etwa die Telekom folgten. Schon allein aus diesem Grund sei ein Gesamtkonzept, das die Dichte des Antennen-Netzes aufzeige sinnvoll.

Erneut eingereicht wird der Jahresantrag zum Städtebau-Förderungsprogramm. Die urspünglich für heuer vorgesehenen Maßnahmen sollen nun im kommenden Jahr durchgeführt werden. Auch alle anderen Maßnahmen verschieben sich um ein Jahr. In die aktuelle Planung ist die Kostensteigerung bereits eingearbeitet.

Zugestimmt hat der Bauausschuss auch der Sanierung der Heizung und des Sanitärbereiches am Sportzentrum Ebermannstadt. Das gesamte Rohrsystem soll neu „auf Putz“ verlegt werden. Duschen und Waschbecken erhalten neue Selbstschlussarmaturen, die verhindern dass jemand das Wasser laufen lässt und Zentralthermostate, die einen Verbrühungsschutz gewährleisten.

Allerdings hielt der Bauausschuss die Minimallösung, die dennoch 74 540 Euro kostet, für ausreichend. Die Gesamtsanierung in der „de Luxe Version“ würde 111 410 Euro kosten. Ist aber nicht notwendig, befand das Gremium. Die Urinalrinnen in den Herren WCs für den Außenbereich, die laut Bauamtsleiter Erich Seitz im Normalfall sowieso geschlossen seien, rechtfertigten den Mehraufwand nicht.

Finanziert werden kann die Maßnahme, weil für den Wegebau eingeplante 80 000 Euro nun doch nicht benötigt werden. Die Übernahme des Sportzentrums durch den TSV rücke damit wieder ein Stück näher fand Bürgermeister Kraus. Im Zuge dieser Verhandlungen soll auch darüber gesprochen werden, ob nicht auch das Sportzentrum an das Biomasse-heizkraftwerk, für das der Bauausschuss des Landkreises grünes Licht gegeben hat, angeschlossen werden soll.

Maximal 250 000 €

Den Ball zurück gespielt hat der Ausschuss bei der Dorferneuerung Buckenreuth. Alle drei Planungsvarianten für die Gestaltung der Straße und der Plätze seien wunderbar, befand das Gremium, das den Buckenreuthern freie Hand ließ.

Dabei machte der Bauausschuss deutlich, dass es nicht mehr als insgesamt 250 000 Euro für alle Maßnahmen, inklusive Gemeinschaftshaus, geben werde. Rein rechnerisch kann trotz einer Förderung von 60 bis 65 Prozent durch die Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) damit nicht recht viel mehr als die Minimallösung realisiert werden kann. Sie sieht eine Umgestaltung des Bereiches um die Kapelle und das Feuerwehrhaus sowie einen Teil der Straße vor. Der Kostenvoranschlag dafür liegt bei rund 171 000 Euro.

Mehr als doppelt so teuer würde es, wenn zusätzlich die ganze Straße neu gepflastert, der Bereich des Buswartehäuschens und darüber hinaus ein Brunnen gestaltet würden. Durch die Deckelung des Anteiles der Stadt ist dafür gesorgt, dass die Maßnahme in einem überschaubaren Rahmen bleibt.

Josef Hofbauer


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