Betreuung für 88 Cents pro Stunde

Elternvereinigung der Realschulen tagt – Fördermodelle diskutiert

EBERMANNSTADT. „Die Ganztagesbetreuung aus Sicht der Schule und aus Sicht der Eltern“ lautete das Thema des Bezirks-Elterntags an der staatlichen Realschule Ebermannstadt. Über den Ist-Stand, Ziele und Visionen referierte der stellvertretende Schulleiter Karl-Heinz Lamprecht.

Vom Landeselternverband beleuchtete Hans Rudelsberger das Modell in Heilsbronn. Bezirksvorsitzender Erwin Rennemann begrüßte unter den Gästen besonders Landrat Reinhardt Glauber und den Ebermannstadter Bürgermeister Franz Josef Kraus. Die spärliche Heizung im Foyer unterstützte die Schulband unter Leitung von Helmut Weininger mit heißer Musik von „Rosenstolz“ und „Silbermond“.

In seinem Vortrag über die seit Oktober 2002 in Ebermannstadt praktizierte Ganztagsbetreuung, die vom Kultusministerium gefördert wird, ging Karl-Heinz Lamprecht auf organisatorische und pädagogische Schwerpunkte ein. Das Angebot für Schüler der fünften bis achten Jahrgangsstufe umfasst an vier Tagen pro Woche insgesamt 15 Stunden. Die Betreuung geht täglich von 12.45 Uhr bis 16.30 Uhr. Die Kosten werden zu je 40 Prozent vom Freistaat Bayern und dem Landkreis Forchheim getragen. Den Restbetrag müssen die Eltern aufbringen. Die Eltern kostet eine Betreuungsstunde 88 Cents.

Im „Leistungskatalog“, den das Staatsministerium zur Bewilligung seiner Zuweisungen vorgibt, sind die tägliche Mittagsverpflegung, Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangebote Voraussetzung.

Als erster Realschulleiter im Kreis überzeugte Rainer Heinz die Vertreter des Landratsamtes mit einem schlüssigen Konzept von der Notwendigkeit der Ganztagsbetreuung. Bei der Mittagsverpflegung nutzte der Schulleiter seinen guten Kontakt zur Firma Kennametal gleich nebenan. „Nach einer Vereinbarung mit Werkleiter Armin Schneider und dem Bewirtschafter des Betriebsrestaurants, Peter Hübschmann, sind wir dort gern gesehene Gäste. Und darauf sind wir stolz“ bekannte Lamprecht. „Hier lernen die Schüler, dass es schöner ist, in Gemeinschaft den Mittagstisch einzunehmen, als alleine im Pausenhof einen Döner zu schlucken, der fast genau so viel kostet wie bei Kennametal ein ganzes Menü“, betonte Lamprecht die soziale Komponente.

Dem Team aus Schulleitung, pädagogischen Fachkräften und Tutoren öffneten sich bei der Ganztagsbetreuung viele Hilfsmöglichkeiten, bemerkte der Referent im Vorgriff auf die später von den pädagogischen Fachkräften Gabriele Wunderlich und Birthe Andersen vorgestellten Räumlichkeiten und die von Konrektorin Pillich-Krogoll aufgezeigten Lernmethoden. Abschließend stellte Karl-Heinz Lamprecht den Gästen die Pläne für den 1,6 Millionen Euro teuren Neubau an der Realschule Ebermannstadt vor, in dem die Wunschträume der Ganztagsbetreuung schon bald wirklich werden. Über sehr gute Erfahrungen in der Realschule Heilsbronn mit einem Förderverein, der sich um die finanzielle Abwicklung der Ganztagsbetreuung kümmert, berichtete aus Sicht der Eltern Hans Rudelsberger, Vorstandsmitglied des Landeselternverbandes. Zusätzlich zu den Lehrkräften und Tutoren, die dort die Hausaufgabenbetreuung übernehmen, ist eine Mutter als Oberaufsicht beschäftigt.

Angeschnitten wurden in der Diskussion von auswärtigen Elternbeiräten auch Probleme mit der Busbeförderung. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, empfahl Rudelsberger mit dem Sachaufwandsträger eine Lösung zu suchen. In seiner Funktion als Ministerialbeauftragter spornte Manfred Egner aus Bayreuth die Elternbeiräte zu weiter kreativer Zusammenarbeit mit den Schulen und Sachaufwandsträgern an. Abschließend wurde Reiner Ackermann als stellvertretender Bezirksvorsitzender der Eltern einstimmig wiedergewählt.

Mao


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