
Ebermannstadt. „Damit wir in Verbindung bleiben“. Dieser einstige Slogan der Deutschen Post trifft die Philosophie des Ebermannstadter Unternehmens Vierling exakt. Der Global Player in Sachen Kommunikationstechnologie hat zurzeit bei seiner Herbstmesse auf Schloß Atzelsberg einige Hundert der wichtigsten Geschäftspartner zu Besuch.
Unter dem Motto: „More than Communication“ geben sich in einem repräsentativen Ambiente „Carrier“, Fachhändler und weltweite Vertriebspartner von Vierling sowie einige Anwender ein Stelldichein. Nicht ganz zwei Dutzend Referenten informieren über Breitband- und Datendienstlösungen, Netzleitstellenkonzepte oder modernste Messtechnik in der Optischen Übertragungstechnologie. Next Generation, Schlüsseltechniken und neue Dienste sind ebenso heiß diskutierte Themen wie Entstörungsdienste.
Als Kontrastprogramm gibt es einen Abstecher nach Bamberg oder eine Dampfbahnfahrt in die Fränkische Schweiz mit Westernabend und Country-Musik.
Vierling zeigt bei seiner Herbstmesse nicht nur eigene Entwicklungen. Als so genannter EMS-Dienstleister erweist sich der Geschäftsbereich „Vierling Production“ als kompetenter Partner mit große Erfahrung in der Elektronik und Endfertigung. Für namhafte Unternehmen der Automobil-Industrie aber auch für Weltunternehmen wie Siemens bietet Vierling Komplettpakete an, von der Entwicklung eines Produktes über Fertigung, den Einkauf der Teile, die Dokumentation bis zur Verpackung und Markteinführung. Dieser Bereich, so Pressesprecher Michael Ixmeier-John arbeite „hoch profitabel“. Für heuer seien die Auftragsbücher voll. Dabei liefere das Haus 100 Prozent Qualität. „Was anderes können wir uns gar nicht leisten“.
Dort wurde ein Frühwarnsystem über SMS Benachrichtigung der Betroffenen Bürger installiert, bei dem je nach Meldestufe die Leute rechtzeitig gewarnt werden. SMS wurde gewählt weil es nicht so eine Panik hervorruft, wie eine Sirene. Romain Becker aus Luxemburg-Gasperich erläuterte die Vorteile eines Ruf- und Meldesystemes für ein Krankenhaus von heute und Aleksejs Skaredovs berichtet über schnelle Hilfe bei Notfällen, ein System, das sich bei der Feuerwehr in Lettland in 20 Regionen bereits bewährt hat.
Auch im gewerblichen und industriellen Bereich bietet Vierling Lösungen, um Zustandsdaten, Warn- und Störmeldungen über GSM oder PC-Zentralen oder Handys zu übertragen. Eine dieser Lösungen ist die Online Silofüllstandmessung und Überwachung für Streusalz, wie sie in Österreich praktiziert wird.
In der Ukraine sehr gefragt sind Telefone, die unseren öffentlichen Festnetz-Fernsprechern sehr ähnlich sehen, aber drahtlos funktionieren und dank einer autarken Stromversorgung überall – auch saisonal begrenzt – aufgestellt werden können. Das sei auch ein Angebot für Konzertveranstalter oder Notfall-Organisationen, die kurzfristig eine entsprechende Anzahl von öffentlichen Fernsprechern zu Verfügung stellen müssen, ergänzt Pressesprecher Michael Ixmeier-John.
Eines der Klassischen Standbeine von Vierling ist die Messtechnik. Die Tatsache, dass die deutsche Telekom und France Telecom sich zunehmend auf Kooperationskurs bewegen nutzte Vierling um den französischen Konkurrenten Thales Idatys (davor Teil von Dassault AT) zu übernehmen und eine Tochtergesellschaft, die „Vierling Communication SAS“ in Plaisir in der Nähe von Paris zu gründen.
Das gleiche stellt Vierling für das System der deutschen Telekom bereit. Das gilt sowohl für Breitband-Testsysteme – Stichwort DSL – als auch für Glasfasernetze. Interessant ist dieser Bereich vor allem auf Grund der enormen Wachstumsraten. So verdoppelt sich binnen Jahresfrist bei vielen Netzbetreibern die Anzahl der Anschlüsse. Frankreich verzeichnet in Europa das mit großem Abstand stärkste Wachstum und liegt mit etwa 4,2 Millionen DSL Anschlüssen nur knapp hinter Deutschland, das 4,8 Millionen solcher Anschlüsse aufweist
Josef Hofbauer