Tür geht auf für junge Menschen

Ebermannstädter Jugendtreff nach Sanierung in ehemaliger Pizzeria

Ebermannstadt. Das rote Band vor dem Eingang ist durchtrennt, die Weihegebete und der Segen sind gesprochen. Aus der Hand des stellvertretenden Bürgermeisters Alfons Dorn nahm Jugendsprecher Daniel Duckwitz den Schlüssel für den Jugendtreff in der Breitenbacher Straße 10 entgegen.

Nach mehrmonatigen Umbau- und Renovierungsarbeiten und mehr als 1600 von den Jugendlichen abgeleisteten Arbeitsstunden, strahlt die ehemalige Pizzeria in neuem Glanz. Auf der Wiese nebenan begrüßte Stadtjugendpflegerin Milena Bucefari die Geistlichkeit, mit Jugendbeauftragtem Richard Wiegärtner Stadträte aus allen Fraktionen, SPD-Kreisrätin Angelika Limmer und Bürgermeister-Stellvertreter Alfons Dorn, der gute 20 Jahre zurückblendete.

„Offene“ Jugendarbeit war durch die „Jugendinitiative Ebs“ in der Alten Wache, später mit der Stadt am Hasenberg im „HobbEzz“ angeboten. Nach der von der Stadt veranlassten Schließung löste sich die „JI“ auf.

Schon mit der Einstellung einer Jugendpflegerin 2001 sollte den Jugendlichen der „Schulstadt“ eine Bleibe geschaffen werden. Aber der Versuch, die Stelle mit einer erzbischöflichen Bildungsreferentin zu „bündeln“, ging schief. Unter den verschiedenen Angeboten scheiterte die damals auch vom Stadtrat als baufällig bezeichnete ehemalige Pizzeria. Nachdem die Jugendlichen von der „Einrichtung in Eigenregie“ überzeugt worden waren, wurde sie letztes Jahr dann doch gekauft.

Mit dem Jugendbeauftragtem Wiegärtner stand der Jugendpflegerin Milena Bucefari seither einer zur Seite, der die dringensten Probleme kennt und die Jugendlichen für die Sanierungsmaßnahmen motivierte. Dennoch summierten sich die Kosten (ohne Stadtarbeiter) auf über 24 000 €. „Zum Glück gab es Sponsoren, die mit Spenden von bisher 9400 € den Haushalt entlasteten“, sagte Dorn in erster Linie den Stadtwerken Dank, die gleich durch Geschäftsleiter Josef Weber weitere 2500 € dazu legten sowie weitere 500 Euro von der Gasversorgung FGL.

„Die Eigeninitiative führt sicher zu einer starken Identifikation. Ihr habt es jetzt in der Hand, kleine Restzweifel im Stadtrat abzubauen“ bemerkte Dorn. Für Bürgermeister Kraus sei das Projekt ebenfalls sehr wichtig. Wo er konnte, kam er den Jugendlichen entgegen und besuchte während der Umbauarbeiten regelmäßig die Baustelle, um sich von den Fortschritten zu überzeugen.

Als einen Raum für „experimentelle Diskussionen“ sieht Dr. Gerhard Boß den Jugendtreff an, dem er zusammen mit dem evangelischen Stadtpfarrer Rudolph Schmidt den kirchlichen Segen spendete. „Ich habe in meinem Leben nichts anderes getan, als das, was ihr hier angefangen habt“, betonte der ehemalige Rektor der Jugendburg Feuerstein.

Stolz darauf, was sie mit viel Farbe und Schweiß in 14 Monaten geschafft haben, reimten Raimund Schuh und Michael Parzefall: „Noch lange schalls in Braadnbooch, der Jugendtreff, er lebe hoch!“ Einen Obolus“ von 500 € überreichte Sparkassenleiter Georg Götz der Jugendpflegerin; weitere Geschenke und Grüße überbrachten KJR-Vorstandsmitglied Andreas Marquardt und Manfred Kähler als Seniorenvertreter der Stadt.

Die Hände in den Schoß legen kann das Team der rund 20 Helfer auch jetzt nicht, schließlich haben sie den Betrieb aufrecht zu erhalten und nach der großen Eröffnungsparty mit viel Groove am 29. Mai gibt es mit der Pflasterung am Hintereingang und dem Fassadenverputz noch allerhand zu tun. Im neuen Kickerzimmer fehlt außerdem noch der das Herzstück, der Kicker. Es besteht durchaus noch Bedarf an Spenden.

mao/hch


© FT 2004 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.