Ein Stück Chancengleichheit

Interkulturelle Hausaufgabenbetreuung in Ebermannstadt – Projekt auf ein Jahr befristet

Ebermannstadt. Unkonventionell und unbürokratisch nannten Caritas-Geschäftsführer Peter Ehmann und der Leiter der Volksschule Ebermannstadt, Eberhard Krieger, die interkulturelle Hausaufgabenbetreuung an der Volksschule Ebermannstadt. Die Leiterin des von der Aktion Mensch geförderten Projektes, Brigitte Heimbeck, zog ein erstes Fazit.

„Ich sehe bereits kleine Fortschritte“, freut sich die Betreuerin, eine ausgebildete Altenpflegerin, die sich zur „Allroundlerin“ weitergebildet hat. Die zehn Kinder, die in das Projekt aufgenommen wurden, hätten sehr schnell Vertrauen gefasst und auch im schulischen Bereich seien erste Erfolge in Form besserer Noten sichtbar.

Der Bedarf, so bestätigt Caritas-Chef Ehmann, sei im September festgestellt worden. Auch wenn zunächst die Resonanz der Eltern gering gewesen sei, hätten sich die Initiatoren nicht beirren lassen, erklärt die Leiterin des Kinderhortes Ebermannstadt, Anne Singer, die maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Projektes hatte.

Peter Ehmann unterstreicht, dass auch das Beantragungsverfahren sehr problemlos vor sich ging. Länger als eine dreiviertel Stunde haben wir für den Antrag nicht gebaucht. Und bereits Ende Oktober hatten wir die Zusage, dass wir das Projekt starten können. Zielgruppe waren Grundschul-Kinder mit „Migrationshintergrund“ umschreibt Schulleiter Eberhard Krieger die Klientel. Und so besuchen in Absprache mit Lehrern und Eltern sechs türkische, ein russisches und drei deutsche Kinder die Hausaufgabenbetreuung, die zunächst auf ein Jahr befristet ist. Schön wäre es, wenn sich auch danach ein Träger finden würde, hofft Betreuerin Brigitte Heimbeck.

In Kleingruppen soll gerade für Kinder mit Sprachproblemen ein Stück Chancengleichheit realisiert werden. Einerseits werden die Eltern entlastet, die den Kindern nicht helfen können, andererseits werden die Kinder nicht nur sprachlich, sondern auch in den anderen Unterrichtsfächern gefördert. „Wie in einer kleinen Familie“, so Brigitte Heimbeck. Sie will den Kindern eine Chance geben, vor allem jenen, die Probleme haben, sich verständlich zu machen. Allerdings muss sie derzeit Anfragen interessierter Eltern ablehnen, denn mehr als zehn Kinder geht nicht, auch wenn noch vier bis Kinder da wären, denen eine solche Förderung gut täte.

Josef Hofbauer


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