Stopp-Schild zur Besinnung
Donum Vitae-Geschäftsstelle von evangelischem Priester eingeweiht
Ebermannstadt. Donum Vitae will primär für Fragen von Frauen, beziehungsweise Paaren, in der Schwangerschaft – geplant oder ungeplant – da sein. Der Einsatz der Beraterinnen kann als Stopp-Schild zum Einhalten, Besinnen und Bedenken in einer unerwarteten und überfordernden Situation werden.
Eine Selbsteinschätzung, die bei der feierlichen Einweihung der Beratungsräume der staatlich anerkannten Schwangerenberatung von „Donum Vitae in Bayern e. V.“ in Ebermannstadt gegeben wurde.
Im Haus Zum Breitenbach 4 begrüßte Elisabeth Neundorfer, Bevollmächtigte von Donum Vitae für Bamberg/ Forchheim/Ebermannstadt, die Leiterin der Beratungsstelle, Margit Steger-Böhnlein, und Beraterin Nicole Eick, sowie Ersten Bürgermeister Franz Josef Kraus, Pfarrer Heribert Klier aus Bayreuth und Geistliche der verschiedenen Konfessionen von Ebermannstadt, sowie Vertreter vieler örtlicher Verbände.
Elisabeth Neundorfer schilderte das Werden der Beratungsstelle in Ebermannstadt und ging grundsätzlich auf die Aufgabenstellung von Donum Vitae ein. Es geht, sagte sie, 1. um einen staatlichen Auftrag, 2. um einen Einsatz von Laien in der Kirche und 3. um ein zentrales Angebot für das Leben.
Da jeder Staat weiß, dass das Leben zu schützen ist, hat er bewusst und verpflichtend die Schwangerenkonfliktberatung vor einen in Erwägung gezogenen Abbruch gesetzt. Nach langem Zögern und Ringen hätten die deutschen Bischöfe die Forderung aus Rom erfüllt und seien aus der staatlichen Anerkennung mit Bestätigung der erfolgten Beratung ausgestiegen. Als Folge davon haben Katholische Laien den Verein Donum Vitae – „Geschenk des Lebens“ – gegründet.
Bürgermeister dafür
Besonders bedankte sich die Sprecherin bei Bürgermeister Franz Josef Kraus. Er hatte den Wunsch, auch in Ebermannstadt diese Beratung anzubieten, befürwortet und unterstützt. Die Räume wurden an die Bedürfnisse und Wünsche angepasst und renoviert. Dank ging auch an die evangelische Kirche in Ebermannstadt, für die es kein Problem war, sie als katholisch-kirchlich orientierte Beratungsstelle aufzunehmen. Problematischer sei es in der eigenen, also katholischen Kirche Deutschlands. „Doch wissen wir uns von vielen Christen, auch Priestern, verstanden und unterstützt“, so Elisabeth Neundorfer. Und so ging ihre Überzeugung dahin, dass auch die katholischen Priester, in deren „Revier“ die neue Beratungsstelle angesiedelt ist, auch die Mitarbeiter als „gute Hirten“ zu ihren Schützlingen nehmen.
Leiterin Margit Steger-Böhnlein erklärte kurz die technischen Details wie Öffnungszeiten und stellte die verschiedenen Mitarbeiter vor. Öffnungszeiten sind am Dienstag von 15 bis 19 Uhr und am Donnerstag nach Vereinbarung. Das Team besteht aus drei erfahrenen Diplom-Sozialpädagoginnen (FH). Als Honorarkräfte stehen männliche Pädagogen bereit. Auch die Frauenärzte von Ebermannstadt werden auf Wunsch in die Beratung mit einbezogen.
Gewissenssache
Pfarrer Heribert Klier nahm die kirchliche Segnung der neuen Beratungsstelle vor. In seiner Ansprache erinnerte der Geistliche daran, dass eine solche Segnung eine Bitte an Gott ist, er möge seine Hand schützend über diese Räume halten und über die Menschen, die hier arbeiten und somit sein Hauptgebot der Nächstenliebe, befolgen. Zum besseren Verständnis nahm er das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Die Frauen und Männer, die Donum Vitae gegründet haben, seien ernsthafte Christen. Sie handelten gemäß ihrer Gewissensüberzeugung.
Bürgermeister Franz Josef Kraus unterstütze die Beratungsarbeit von Donum Vitae „voll und ganz“, betonte er. Und so freue es ihn und die Vertreter der Stadt, dass sie ein Gebäude zu Verfügung stellen können, in dem Beratung aller Art möglich ist. Viel wichtiger sei es jedoch, dass Jede und Jeder, der hierher kommt, Unterstützung und Ermutigung erfährt und diese Hilfe auch ein Geschenk des Lebens im positiven Sinn sein möge.
Im Anschluss an die Einweihung erfreuten die Kleinen des Integrativen Kindergartens die zahlreichen Gäste, bevor sich diese an den angebotenen Kuchen und Getränken gütlich tun konnten.
Helmut Vogler
© FT 2004 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.