Moggast. Ein Horrorszenario wird Wirklichkeit . Die weitum bekannte Discothek steht in hellen Flammen. Über 100 Feuerwehrleute kämpfen gegen das Inferno. Dennoch wird das Gebäude komplett zerstört. Glücklicherweise kommen keine Menschen zu Schaden.
Ausgelöst wurde der Feueralarm laut Polizeibericht am Freitag kurz nach Mitternacht. In einer zur Zeit nicht genutzten Gaststätte im Erdgeschoss des großen Anwesens, an das auch eine Diskothek angebaut war, brach aus bislang unbekannter Ursache ein Feuer aus.
Mehrere Gruppen versuchten von zwei Seiten aus, ausgerüstet mit Atemschutz, in das total verqualmte Gebäude einzudringen. Die starke Hitze und herabfallende Deckenteile machten diesen „Zangenangriff“ unmöglich.
So entschied sich die Einsatzleitung, die der örtliche Kommandant Thomas Kormann an Kreisbrandrat Georg Henkel abgegeben hatte, drei Abschnitte zu bilden und mit den großen Drehleitern der Feuerwehren aus Ebermannstadt und Forchheim dem Feuer – das auf das Dachgeschoss und weitere Gebäudeteile übergegriffen hatte – zuleibe zu rücken.
Nach gut einer Stunde wurde die Alarmstufe auf Großbrand erhöht und weitere Hilfskräfte alarmiert. Insgesamt wurde mit 17 Rohren gelöscht. Vorteilhaft erwies sich hier der Löschteich, der zwischen 500 und 1000 Kubikmetern Wasser enthält.
Aus ihm wurde neben den Unter- und Oberflurhydranten Löschwasser entnommen. Immerhin wurden pro Minute zwischen 800 und tausend Liter benötigt.
Über eine 3,5 Kilometer lange Schlauchleitung sorgten die Feuerwehrleute dafür, dass pro Minute 1000 Liter Wasser in den Löschteich gepumpt wurden.
Hier zahlte sich aus, dass die Feuerwehrler den Einsatz bei einem Brand in der Diskothek in einem Einsatzplan wiederholt simuliert hatten. So klappte die Zusammenarbeit der Feuerwehren untereinander und mit dem Wasserzweckverband Wiesentgruppe bestens. Der Wasserdruck wurde laut Vorsitzendem Gerhard Förster umgehend erhöht. 14 Mitarbeiter des Roten Kreuzes und die Schnelle Einsatzgruppe stellten unter der Leitung von Stefan Pechtel ein sechs mal sechs Meter großes Zelt auf, in dem drei Feuerwehrleute, die sich beim versuchten Innenangriff leichte Brandwunden zugezogen hatten, versorgt wurden. Darüber hinaus sorgten die Helfer für Tee und Kaffee.
Für alle Fälle waren auch zwei Notärzte vor Ort. Insgesamt waren mehr als 100 Feuerwehrleute aus 14 Feuerwehren der Umgebung im Einsatz. Erst gegen 5.30 Uhr konnten die ersten Einsatzkräfte wieder abziehen.
Vor Ort war auf Grund des teilweise schäumenden Löschwassers auch ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Bamberg. Der Besitzer der Diskothek kam aus Hof an den Brandort. Die Höhe des Schadens ist derzeit noch nicht absehbar. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an.
Josef Hofbauer