Moderner Runner trifft historisches Dampfross

Das Gründungsjubiläum der Dampfbahn Fränkische Schweiz eint Züge aus Geschichte und Gegenwart

Ebermannstadt. Das Eisenbahnfest anlässlich des 30. Gründungsjubiläums der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) war ein voller Erfolg: Rund 1500 Besucher nutzten die Gelegenheit, beim Zusammentreffen der modernen und der historischen Eisenbahn dabei zu sein.

So war es den DFS-Mitgliedern gelungen, eine nagelneue, knallrote „EuroRunner“-Diesellok aus dem Hause Siemens in die Fränkische Schweiz zu holen. Noch bevor die 2000 kW starke Maschine an ihren neuen Besitzer, die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übergeben wird, kam die Lok direkt vom Herstellerwerk in München zu der Festveranstaltung der DFS nach Ebermannstadt.

Ihre Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h konnte sie auf der Museumsbahn natürlich nicht unter Beweis stellen, aber sie faszinierte dennoch durch ihr hohes Beschleunigungsvermögen und den besonders leisen Betrieb. Zwei Mal fuhr sie mit der historischen Wagengarnitur durchs Wiesenttal und stellte einen interessanten Kontrast zu den über 50 Jahre älteren Waggons dar. Zwei weitere Gastfahrzeuge waren neben den historischen DFS-Lokomotiven im Stundentakt im Einsatz: Zum einen zwei Regio-Shuttle-Nahverkehrstriebwagen, zum anderen ein „Esslinger Triebwagen“. Beide waren aus dem Bayerischen Wald angereist. Während die Regio-Shuttle dort tagtäglich im Einsatz sind, verkehrt der ältere Esslinger Triebwagen nur gelegentlich auf der Wanderbahn zwischen Gotteszell und Viechtach.

Der Regio-Shuttle ist ein moderner Triebwagen in Niederflurtechnik und wurde speziell für den Regionalverkehr auf Haupt- und Nebenstrecken konzipiert. Den gleichen Zweck sollte auch der Esslinger Triebwagen erfüllen, allerdings schon Anfang der 1950er Jahre und in klassischer Bauweise. Damals dachte noch niemand an Niederflurtechnik mit bequemen, niedrigen Ausstiegen.

Beide Triebwagen vermittelten den Gästen ein neues Fahrgefühl auf der Museumsbahn: Deutlich leiser und besser gefedert als die alten „Donnerbüchsen“ war die Fahrt ein besonderes Erlebnis.

In den Dampfzügen mit dem 64 Jahre alten Dampfross 64 491 an der Spitze herrschte Hochstimmung, als eine Musikkapelle die alte „Dampf, Dampf, Dampfeisenbahn“ hoch leben ließ. Rund um den Bahnhof Ebermannstadt fühlten sich die Gäste im Biergarten am Bahnsteig wohl und konnten bei Bier Braten vom Grill das Fest genießen.

Währenddessen lud am Bahnhofsvorplatz die Dampfbahn im Kleinformat zum Mitfahren ein. Hier drehte die Bayreuther Gartenbahn mit einer Dampflok im Maßstab 1 zu 8 ihre Runden, wo Groß und Klein gerne auf den Waggons Platz nahmen.

Bis Ende August ist an allen Sonntagen Dampfbetrieb im Wiesenttal angesagt. Dann dampft und faucht das Dampfross 64 491 um 10 und 14 Uhr von Ebermannstadt nach Behringersmühle. Am Nachmittag übernimmt um 16 Uhr die historische Diesellok V 36 235 den Zug. Von Behringersmühle starten die historischen Züge jeweils um 11, 15 und 17 Uhr. Eine nostalgische Fahrt durchs Wiesenttal kostet für Erwachsene nur 9 Euro und ein Kind bis 11 Jahre fährt gratis mit. Urlauber mit der Erlebnis Card Fränkische Schweiz können sogar noch zwei Euro pro Rückfahrkarte sparen. Stephan Schäff


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