Kerngeschäft Erziehung und die Sahnehäubchen

Schulsanierung in Ebermannstadt berücksichtigt Wünsche – Schulverband genehmigt Haushalt 2005

Ebermannstadt. Ein wenig aus dem pädagogischen Nähkästchen plauderte Schulleiter Eberhard Krieger von der Volksschule Ebermannstadt bei der jüngsten Sitzung des Schulverbandes Ebermannstadt. Im Vordergrund standen der Gesamt-Etat 2005 mit einem Volumen von gut 1,5 Millionen Euro und die Pläne für eine Gesamtsanierung des Schulgebäudes. Beides wurde auf den Weg gebracht.

Die Volksschule, berichtete der Schulleiter, habe derzeit 30 Klassen, nämlich zwölf Grund- und 18 Hauptschulklassen. Sechs davon sind so genannte M-Klassen, die zur Erlangung der Mittleren Reife führen. Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse liege in der Grundschule bei 26 Kindern. Insgesamt besuchen rund 740 Kinder die Volksschule, das sind 150 mehr als vor zehn Jahren. Das sei zum einen erfreulich, kommentierte Krieger, zum anderen aber auch eine pädagogische Herausforderung. Das Lehrerkollegium versuche sich auf das „Kerngeschäft“, Erziehung und Unterricht, zu konzentrieren. Gelinge es dann auch noch, Akzente zu setzen, sei dies das „Sahnehäubchen“. Als Beispiel nannte Krieger den zweiten Platz, den die Schülerzeitung auf Oberfrankenebene erhielt.

Darüber hinaus versuchten die Lehrer/innen, soziale Kompetenz zu vermitteln, dort wo dies von zu Hause nicht möglich sei. Um zu zeigen, dass die Schüler/innen als Personen ernst genommen werden, soll es ab Dezember eine Sorgensprechstunde geben. Eigenverantwortung soll noch vor der Generalsanierung der Schule durch ein provisorisches Schülercafé vermittelt werden. In erster Linie gehe es darum, Erfahrungen zu sammeln.

Über die notwendige Generalsanierung der Schule informierte Bauamtsleiter Erich Seitz. Er erinnerte, dass die ersten Konzepte bereits vor sechs Jahren vorgelegt wurden. Das nach hartem Ringen gefundene Konzept mit einer Sanierungssumme von 13,9 Millionen Euro habe nach wie vor Gültigkeit.

Zu einer zeitlichen Verzögerung führte allerdings die Integration der Ganztagsbetreuung. Dabei soll der „Grüne Saal“ durch eine Dreiteilung in einen Essens- und Spielbereich getrennt werden, wobei der Bereich „Spiele“ mit Kicker, Billard oder Tischtennis zwei Drittel ausmacht.
Im Bereich der Aula ist eine Cafeteria vorgesehen und im Schülercafé sollen die Kinder eigenverantwortlich tätig werden. In einem Musikzimmer sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit erhalten zu singen und zu musizieren. Auch hierfür bietet sich ein Teilbereich des Grünen Saales an. Angegliedert werden soll ein Instrumentenraum.

Der Umgang mit neuen Medien soll durch die Einrichtung eines Computerraumes gefördert werden. Ebenso sind eine Bücherei und ein Leseraum vorgesehen.

Zur Stärkung des persönlichen Auftretens (Vorstellungsgespräche) und zur Verbesserung des sprachlichen Ausdrucks ist an die Einrichtung einer Theatergruppe gedacht. Diese soll in der Aula proben und Stücke aufführen. Für die Requisiten muss ein Aufbewahrungsraum geschaffen werden.

Ebenso ist es wichtig, dass im Hof Gelegenheiten für Ball-, Mannschafts-, Hüpf- und Bewegungsspiele sowie Klettermöglichkeiten an einem Gerüst zur Verfügung gestellt werden.

Bürgermeister Kraus meinte, dass sich das Warten durchaus gelohnt habe. Die Förderung für diese Einrichtungen liegen nämlich bei 90 Prozent, während die zuwendungsfähigen Kosten lediglich mit 44 Prozent gefördert werden. Jetzt beginnt das große Rechnen, denn die im Zuge der Ganztagesbetreuung benötigten Einrichtungen müssen aus der normalen Schulsanierung heraus gerechnet werden. Langsam drängt die Zeit. Bis spätestens 2007 müssen nämlich die Maßnahmen für die Ganztagsbetreuung abgeschlossen sein. Deshalb soll bei der Schulsanierung auch mit diesem Bereich begonnen werden. Insgesamt kein Problem, denn weder an der Kubatur, noch am Raumprogramm habe sich etwas geändert.

Keinen Handlungsbedarf sah das Gremium in Sachen Turnhallen-Benutzungsgebühren. Die Landkreis-Vorgabe von zehn Euro pro angefangener Stunde hielt Bürgermeister Franz Josef Kraus allenfalls bei neueren Hallen für angemessen. Im Falle Ebermannstadt plädierte er dafür, es ei den bisherigen Gebühren zu belassen. Das Gremium folgte diesem Vorschlag.

Abschließend wurde der Haushalt für den Schulverband Ebermannstadt mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Millionen Euro gebilligt. Dabei lobte Bürgermeister Helmut Taut, dass der Schulverband in den letzten Jahren schuldenfrei dastand. Derzeit liegen die Verbindlichkeiten bei rund 1,09 Millionen Euro. Dieser Betrag setzt sich aus der Kostenbeteiligung am Schulbusbahnhof (100 000 Euro), dem Anteil an der Mehrzweckhalle (170 000 Euro), den „sonstigen Maßnahmen (200 000 Euro) und dem Anteil an den bisherigen Kosten für die Generalsanierung (Architekten-Honorare etc.) von 300 000 Euro zusammen. Der Restbetrag ist noch nicht ausgegeben.

Die Verwaltungsumlage pro Schüler (bei insgesamt 675 Verbandsschülern) wurde auf 823,11 Euro festgelegt. Die Investitionsumlage pro Schüler beträgt hundert Euro.

Josef Hofbauer


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