So schlug der Landrat den Mitgliedern des Kreis-Bauausschusses vor, die Ausschreibung dieses Projektes in Auftrag zu geben. Dadurch könnten exakte Aussagen zum tatsächlichen Wärmepreis gemacht werden. „Wir müssen wissen, was die Kilowattstunde tatsächlich kostet“.
Das Angebot werde aber so gut sein, zeigte sich Landrat Reinhardt Glauber optimistisch, dass auch die Stadt Ebermannstadt und der Schulverband an dieser Offerte nicht vorbei gehen könnten. Zumindest solle dann mit den beiden Gremien noch einmal gesprochen werden, weckte der Landkreis-Chef Hoffnungen auf eine energietechnische Wende.
Edwin Dippacher (CSU) dagegen sah gar keine Notwendigkeit mehr, die Heizanlage der kreiseigenen Schulen zum jetzigen Zeitpunkt zu erneuern. In Anbetracht der finanziellen Situation des Landkreises, seien 150 000 Euro in ein nicht zwingend notwendiges Projekt nicht drin.
Dem hielt Landrat Gauber entgegen, dass die Anlagen ja nicht einfach entsorgt würden, sondern als Spitzenlast-Kessel weiter verwendet werden könnten. Den Bau der Mehrzweckhalle halte er für einen guten Zeitpunkt, um generell auf Biomasseheizung umzusteigen. Außerdem könne man in die Ausschreibung und die Realisierung „einen Zeitfaktor einbauen“.
Ludwig Brütting (Freie Wähler) konnte die Argumentation seines Fraktionskollegen nicht mit tragen. Die Wirtschaftlichkeit zwinge dazu, in dieser Sache zu warten. Es sei ein Luxus, die Anlage durch eine zugegebenermaßen ökologisch sinnvollere zu ersetzen.
Unterstützung bekam Landrat Glauber dagegen von Dr. Annette Prechtel. Sie sprach von einer Entscheidung für die Zukunft und ermunterte dazu, auf diese nachhaltige Energieform umzusteigen. Alles andere sei Verrat an der heimischen Wirtschaft und langfristig ein Draufzahlgeschäft.
Kreisbaumeister Andreas Neuner gab zu bedenken, dass es möglicherweise auch durch den Anbau an das Gymnasium und die Realschule Ebermannstadt, bedingt durch das „Investitionsprogramm des Bundes Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) Veränderungen an der Heizung geben könnte. Aber das müsse erst einmal geprüft werden.
Reinhold Otzelberger fand es grundsätzlich richtig, dass die öffentliche Hand eine gewisse Vorreiterrolle in Sachen Ökologie übernimmt. Angesichts der Haushaltssituation riet er aber dazu, ein wenig zu warten.
Michael Hofmann (Junge Bürger) warnte davor, einen finanziellen Husarenritt zu unternehmen, wenn die Heizanlage noch funktioniert. Es müsse geprüft werden, ob die Erweiterungen an der Realschule und am Gymnasium mit den vorhandenen Anlagen geheizt werden können. Sollten diese Anbauten Änderungen der bestehenden Heizanlagen nach sich ziehen, sei das ein neuer Gesichtspunkt, der es notwendige mache darüber erneut zu reden.
Auch Otmar Tinkl hielt es für besser, zu warten. „Wir sollten keine Pflöcke einschlagen, ohne dass der Sachverhalt wirklich bekannt ist. So sei die Dimension einer Hackschnitzelheizung immer noch unklar, da ja seitens des Landkreises immer noch ein Anschluss aller Ebermannstadter Schulen und der Mehrzweckhalle angestrebt werde.
Das Gremium einigte sich, den Tagesordnungspunkt zu verschieben bis der Wärmebedarf für die Anbauten geklärt ist und welche Auswirkungen dies auf die Heizanlagen hat. Die Beschlussfassung wurde ausgesetzt. Landrat Reinhardt Glauber schlug vor, in einer der nächsten Sitzungen erneut darüber zu diskutieren.
Josef Hofbauer