
MOGGAST. Nach einer Bauzeit von sieben Monaten sind die Schlusssteine in die 200 Meter lange und bis 1,10 Meter breite Friedhofsmauer eingesetzt. Aus der „Klagemauer“ ist durch die Sanierung ein Schmuckstück geworden, das wird nach einem Rundgang jeder bestätigen.
Die auf Sanierung und Renovierung spezialisierte Firma hat mit ihrem Polier Kai Eggersdorfer und seinen drei Leuten an dem Quakenbauwerk ganze Arbeit geleistet. Das meint mit den Vorstandsfrauen Johanna Angermeier und Hermine Sponsel auch der örtlich Beauftragte der Teilnehmergemeinschaft zur Dorferneuerung, Alfred Lautenbacher.
Dabei habe es nach der Ausschreibung, an der sich 42 Firmen beteiligt hatten und der Bauvergabe an die Firma von „auswärts“ viel Missgunst von einer Firma aus dem Umkreis gegeben, die nicht zum Zug kam. Der beklagenswerte Zustand der alten Mauer selbst und noch mehr der Neid machten die Runde und schnell war der Begriff „Klagemauer“ in aller Munde, erzählt Lautenbacher. Die Dorfgemeinschaft hat das nie angefochten. Im Gegenteil betonte der Polier: „So gastfreundlich wie in Moggast ist unsere Truppe noch nirgends aufgenommen worden, die Zusammenarbeit mit den Leuten war phantastisch“. Eine „haarige“ Angelegenheit war die Rückverankerung der baufälligen Mauer, die normalerweise bis zu sechs Meter in den Friedhof reichte. Unmittelbar bis an die Mauer reichen aber die Grabstellen, unmöglich war es also, Befestigungsanker durch die Gräber zu treiben.
Eine Firma, die einzige in Deutschland, die für Befestigungen auf engstem Raum ein Patent hat, musste für die Sicherung der Mauerstandfestigkeit eingeschaltet werden. Nebst den Betonunterfangungen an der Straße, die als Frostschürze dienen, wurden insgesamt 28 Tonnen Verpressmörtel in die alte Mauer gespritzt, mit der Neuvermauerung von etwa 40 Tonnen Quakensteinen 60 Tonnen Fugenmörtel verbraucht, veranschaulichte Lautenbacher den Umfang des Projekts, das nach dem Kostenvoranschlag über 460 000 Euro nun mit tatsächlichen Kosten von 280 000 Euro abzurechnen ist.
65 Prozent davon trägt die Ländliche Entwicklung, die restlichen 35 teilen sich Bamberg, die Kirchenstiftung Moggast und Ebermannstadt. Ein weiterer Beweis Moggaster Gemeinschaftsgeistes war die Abschlussfeier des „Mauerbaus“, die auf Einladung der Baufirma mit allen Beteiligten in einem Privathaushalt stattgefunden hat.
Mao