Eine Stunde für das AST

Am Wochenende länger – Discobus: 0.45 Uhr

Forchheim-Land. Ein Stündchen länger darf es künftig dauern, das Vergnügen am Freitag und Samstag, wenn man mit dem Anrufsammeltaxi heimkommen möchte. Zu einer Verlängerung bis 1.45 Uhr und einem ganztägigen Angebot an Sonntagen rang sich der Kreisausschuss durch.

Neben diesen Wünschen der Jugend und der Senioren (Kirchgang Sonntagfrüh) war wohl ausschlaggebend, dass sich der AST-Betrieb nach den vorgegebenen Einsparungen dem Willen der Kreisgremien gemäß entwickelt hat. Finanziell eine „Erfolgsgeschichte“ – gegenüber dem Katastrophenjahr 2001 konnte der Zuschuss um 190 000 € gesenkt werden – steht auf der anderen Seite, dass die Zahl der Nutzer um 75 Prozent eingebrochen ist.

Nichts geändert hat sich an den Bestellzeiten: Freitags und samstags kann bis Mitternacht gebucht werden, Sonntagsfahrten nur am Vortag.

Anders sieht es aus, wenn ab Oktober der Discobus rollt. Rückfahrtgelegenheiten gab es bislang kurz nach Mitternacht und um 1.45 Uhr. Hier wurde vom Kreisausschuss die Schere angesetzt. Ausnahmsweise waren dabei nicht finanzielle Motive ausschlaggebend. Sehr kontrovers diskutierte der Kreisausschuss das Wohl vor allem der 16- bis 18-Jährigen. Man könne sie zwar nicht zwingen, früher auf die Piste zu gehen; doch müsse man durch die Bereitstellung einer Rückfahrgelegenheit zu „verbotener Stunde“ nicht den Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz Vorschub leisten (Landrat Glauber).

Zugespitzt hieß die Entscheidung, zum Frommen der Jugend Grenzen ziehen oder in Anerkennung veränderter Freizeitgewohnheiten für einen sicheren Heimweg sorgen. Das will der Landkreis zwar auch, aber zu einer altersgemäß passenden Uhrzeit. „Wir tragen Verantwortung als Politiker und Eltern“, betonte Ludwig Brütting. Aber er meint auch, dass sie nur mit flankierenden Maßnahmen der Polizei Früchte tragen könne.

Gibt es nur eine Rückfahrt, werde der bis her kaum genutzte „Mitternachtsbus“ (Verwaltungsjurist Frithjof Dier) besser angenommen. Vor allem, da er als Kompromiss erst um 0.45 Uhr startet. Als erste „flankierende Maßnahme“ sagte Werner Rebhan von der Ebermannstädter Polizei zu, ab Herbst wieder schärfer in Moggast zu kontrollieren. Außerdem könnten dann unter 18-Jährige nicht mehr mit Vollmachten der Eltern für Begleitpersonen das „Saturday Night Fever“ strecken; die Polizei wird nach Rückkoppelung mit dem Innenministerium die Zettel nicht mehr anerkennen.

mac


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