Die Idee des Unternehmers, der seit 1978 das von seinem Großvater Johann Walter um die letzte Jahrhundertwende in Burggaillenreuth gegründete Bauunternehmen führt: Schlüsselfertige, werthaltige Häuser, die mit den Bedürfnissen der Eigentümer wachsen. Das bedingt eine auf Veränderungen ausgelegte Bauweise.
Und das ist das Neue, denn bislang erstellte Häuser sind auf eine vordefinierte Nutzung ausgelegt, die nur schwer veränderbar ist. Andererseits aber verlange die gesellschaftliche Situation größere Flexibilität von jedem Einzelnen. Allein die demografische Entwicklung zwinge zum Handeln.
So entwickelte Ludwig Walter gemeinsame mit dem Architekten Klemens Heinl sein „Haus der Zukunft“, das zwei bis drei Generationen wieder unter einem Dach vereint. Dieses Haus, eine Art Baukasten-System, soll „atmen“, nach Bedarf wachsen oder schrumpfen, erklärt der 52-jährige Unternehmer.
Mit Bauklötzchen veranschaulichen Architekt Heinl und der Senior-Partner die Idee. Das unterkellerte Kernmodul ist ein Häuschen , das einer kleinen Familie ausreichend Platz bietet und eine preiswerte Immobilie darstellt. Das Wohnzimmer wird verkleinert, dafür ist die Wohnküche als gesellschaftliches Zentrum der Familie großzügig ausgelegt.
Wächst die Familie, wird in einem Anbau ein Wohn- oder Arbeits-Modul an das Haus angefügt. Beschließen dann Oma und Opa, zu den Kindern und Enkeln zu ziehen, kann entweder das Kernmodul dupliziert oder ein Seniorenmodul angebaut werden. Dieser ebenerdige Trakt mit einem eigenen Eingang ist durch einen Übergang mit dem Kernmodul verbunden und barrierefrei, sprich behindertengerecht geplant. So ist auch für den Fall vorgesorgt, dass ein Angehörigen rund um die Uhr Pflege bedürftig wird. In diesem Seniorenmodul kann auch eine häusliche Pflegekraft wohnen. So bietet die Generationen-Modulbauweise einen Kompromiss: hohe Selb- ständigkeit bei gleichzeitiger Nähe zu den Angehörigen. Ludwig Walter nennt das „getrennt wohnen, gemeinsam leben“. Und ändern sich die Umstände, können Teilbereiche des Hauses auch separat vermietet werden.
Diese Anbauten sind problemlos zu bewerkstelligen, denn die Anschluss-Stellen für die Erweiterungen werden bereits beim Bau der Grundversion berücksichtigt. Kostenaufwändige Umbauten entfallen. Und wenn jemand handwerklich einigermaßen geschickt ist, kann er selbst Hand anlegen. „Lösungen, die in den Geldbeutel der Bauherren passen“, nennt das der gelernte Maurermeister, dessen Unternehmen in den letzten Jahren einen Umsatz zwischen 1,25 und 2,25 Millionen Euro machte und auch in schwierigen Zeiten schwarze Zahlen schrieb.
Das Konzept, das mit einer Grundfläche von etwas mehr als 500 Quadratmetern auskommt, ist völlig variabel, was die Bauart anbelangt. Ziegelbauweise ist genauso möglich wie eine Holzständer-Bauweise. Eine Pultdach-Variante ist ebenso denkbar wie ein Flachdach oder ein Satteldach.
Zurzeit arbeitet Architekt Klemens Heinl, der vor vier Jahren mit seinem Kompagnon die „Walter bauen und Wohnen GmbH“ gründete, an einer Platz sparenden Stadt-Variante, die mit etwa 300 Quadratmetern Grundfläche für das Generationenhaus auskommt.
Und was kostet so ein Haus im Baukasten-System? „Wir gehen davon aus, dass das Kernmodul ab 150 000, das Wohn-/Arbeitsmodul bzw. Kindermodul für 25 000 und das Generationenmodul für Senioren ab etwa 50 000 Euro zu haben sein wird“, erläutert der Bau-Experte. Zu Grunde gelegt sei hierbei eine hochwertige Standard-Ausstattung.
Josef Hofbauer