Ausführlich ließ die Jugendpflegerin noch einmal die Aktivitäten seit Jahresbeginn Revue passieren. Besonders beliebt sei das Radiobauen mit Dr. Fleischmann gewesen. Hier hätten sich mehr als doppelt so viel wie die 20, die berücksichtigt werden konnten, angemeldet.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Zusammenstellung der Jugend-Infobroschüre. Hier präsentieren die Ebermannstadter Vereine und Institutionen, von den einzelnen Abteilungen des TSV Ebermannstadt über den CVJM, die Blaskapelle Gasseldorf oder den FCN-Fanclub Mühlbachtal bis zum Elferrat, dem BRK und der KAB ihr spezielles Angebot für die Jugend. Praktisch: Interessenten finden hier sämtliche Ansprechpartner (mit Telefonnummer), Trainingsmöglichkeiten und die Höhe des Mitgliedsbeitrags sowie die Internet-Adresse.
Das Heft ist aber auch für ältere Semester interessant: In der Jugend-Infobroschüre steht nämlich auch das Wichtigste über die Mittagsbetreuung, den Kinderhort der Caritas und das Mütterzentrum, komplettiert durch Kurse und Angebote.
Darüber hinaus sind Milena Bucefari und Jugendbeauftragter Richard Wiegärtner dabei, eine Jugend-Homepage zu erstellen, damit ihre Klientel immer „up to date“ ist. Zuvor aber wird am Samstag, 22. Mai, der Jugendtreff in der Breitenbacher Straße 10 offiziell eröffnet. Von 13 bis 17 Uhr kann sich bei einem Tag der offenen Tür jeder einen Eindruck von den Räumlichkeiten verschaffen. Zudem gibt es Bilder von den Renovierungsarbeiten. Abends steigt die große Eröffnungsparty.
Damit alles seine Ordnung hat, beschlossen die Mitglieder des Haupt- und Kulturausschusses eine mehrseitige Nutzungsvereinbarung, in der Rechte und Pflichten der Jugendlichen im Jugendtreff festgelegt sind. Auch die mit den Jugendlichen erarbeitete Hausordung wurde im Rahmen dieser Vereinbarung gebilligt.
Vorgestellt wurde bei der jüngsten Sitzung des Haupt und Kulturausschusses ein Flugblatt zum Thema AlcoPops („Was du über die Trendgetränke und die Wirkung von Alkohol wissen solltest . . .“), das in Zusammenarbeit von Kreisjugendring, dem Gesundheitsamt Forchheim und dem Kinder- und Jugendbüro Ebermannstadt erstellt wurde. Darin stehen alle Basisinformationen zum Thema AlcoPops wie etwa den Inhaltsstoffen der süßen Mixgetränke oder zum Thema Alkoholkonsum generell. Nützlich für Verkehrsteilnehmer: Die Formel zur Berechnung des Promillepegels im Blut und die Warnung, dass ein AlcoPop-Getränk bereits eine Akoholkonzentration von 0,2 bis 0,3 Promille verursacht.
„Im Grunde gehören solche Getränke für Jugendliche verboten“, fand Jugendbeauftragter Richard Wiegärtner. Und er weiß, wovon er redet, denn schließlich ist er Gastronom („Bierbrunnen“). Da diese Mischgetränke aber gerade bei den noch nicht Volljährigen besonders beliebt sind, laute das oberste Ziel Aufklärung. In Ebermannstadt wurden vorerst 500 Stück des Flugblatts geordert. Es wird im Jugendzentrum, im Jugendbüro und bei Veranstaltungen des Kreisjugendrings gezielt an das Zielpublikum gebracht.
Damit die Stradträte wissen, wovon sie sprechen, ließ Bürgermeister Franz Josef Kraus an die Mandatsträger AlcoPops verteilen. Das Fazit nach dem Probetrinken: „Pappsüß und den Alkohol schmeckt man kaum.“ Gerade das aber ist das Heimtückische an diesen Getränken, die zudem jede Menge an Farb- und Konservierungsstoffen enthalten.
Beängstigend nannte Bürgermeister Franz Josef Kraus die Entwicklung der Kinderzahlen. Wurden 1996/97 noch 85 Kinder in Ebermannstadt geboren, sank die Geburtenzahl im Jahr 2001/2002 auf 55. Das ist aber noch nicht der Tiefpunkt. Im zweiten Halbjahr 2002 und im ersten Halbjahr 2003 kamen gar nur 46 Kinder zur Welt. Setzt sich dieser Trend fort, würde das die Einsparung von zwei Kindergartengruppen bedeuten. Auch im schulischen Bereich gebe dieser dramatische Geburtenrückgang Anlass zur Sorge.
Positiv dagegen die gestiegenen Ausleihzahlen der Stadtbücherei St. Nikolaus. Die 53 528 Entleihungen der vorhandenen 14 299 Medien bedeuteten gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fünf Prozent. Als Leser registrierrt sind 715 Erwachsene und 654 Kinder, die auch aus den Nachbargemeinden Wiesenttal und Pretzfeld kommen.
Anlass zur Sorge gibt dagegen die Arbeitslosenstatistik. Nach den aktuellsten Zahlen gibt es in Ebermannstadt 267 Arbeitslose. Vor einem Jahr waren es nur 211. Landkreisweit stieg die Zahl der Erwerbslosen von 3637 im August 2003 auf aktuell 4313. Darunter sind neun Jugendliche aus Ebermannstadt unter 20 Jahren und 31 junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten blieb in etwa gleich und liegt derzeit bei 2378 (im Vorjahr 2382). Dabei ist die Einpendler- und Auspendler-Quote in etwa gleich groß.
Josef Hofbauer