
Moggast. Im Rahmen der Sanierung der Befestigungsmauer der ehemaligen Kirchenburg in Moggast hat Heimatpfleger Otto Voit, der die Arbeiten begleitete, eine Entdeckung gemacht. Unter der Putzschicht der Wehrmauer entdeckte er vier historische Grabkreuzsteine. Der am besten Erhaltene aufgestellt und für die Nachwelt bewahrt werden.
Die dicken Mauern der Anlage, in deren Zentrum die Katholische Pfarrkirche St. Stephan steht und die vom Friedhof umgeben ist, sind längst nicht mehr so hoch, wie im 15. Jahrhundert. Nach nahezu 600 Jahren bröckelte nicht nur der Putz ab, sondern Teile der Mauer drohten immer wieder auszubrechen.
Mit finanzieller Hilfe durch die Dorferneuerung war es möglich, die alte Befestigungsanlage zu retten. Die abenteuerlich geformten Quackensteine, aus denen sie besteht, waren verputzt, um sie wehrhafter erscheinen zu lassen.
Groß war die Überraschung, als alte Grabsteine zum Vorschein kamen. Sie stammen von einst abgeräumten Grabstellen des Friedhofs und wurden zum Ausbessern von Fehlstellen in der Umfassungsmauer der Wehrkirchenanlage verwendet.
Der schönste und größte Grabstein war halb im Erdreich verborgen. Er wurde ausgegraben und steht nun links an der Innenseite der Friedhofsmauer neben dem Buckenreuther Tor. Die Grabplatte ist stolze 1,70 Meter hoch und 80 Zentimeter breit. Der Stein hat eine Stärke von 26 Zentimetern.
Das rechteckige Format füllt ein Reliefkreuz mit zwei Querbalken aus. Die Enden sind zu Kleeblättern geformt. Unter einem geschwungenen Fuß findet sich ein rundes Ornament über einer leeren Kartusche.
Leider ist nicht bekannt, für wessen Grab die Platte bestimmt war; die wohl nur aufgemalte Schrift ist längst vergangen. Eine gewisse Ähnlichkeit besteht mit einem Grabstein, der rechts des Buckenreuther Tores seit vielen Jahren in die Mauer eingelassen ist. Die Inschrift dieses Steins lautet „Johannes Brütting aus Buckenreuth“ und trägt die eingemeißelte Jahreszahl 1787.
Zwei weitere Steine sind kleiner und teilweise beschädigt. Auch sie weisen Formen des gleichen oben beschriebenen Kreuztyps auf. Der vierte aufgefundene Grabstein aus dunklem Dolomit könnte ursprünglich mit einem Kreuz aus Eisen versehen gewesen sein. In der Mitte sind noch einige Dübellöcher zu sehen. Die Bedeutung bleibt also rätselhaft.
Moggast hat mit seiner restaurierten Kirchhofmauer und den insgesamt fünf historischen Grabsteinen eine sehenswerte Attraktion gewonnen und wird sicherlich interessierte Besucher anlocken, die nicht auf den nächsten Stephanusritt um die Kirchenburg warten mögen, auch wenn die Sanierungsmaßnahmen zur Zeit noch nicht abgeschlossen sind.