Seine eigene Initiative war es jetzt, mit einer Einladung zum Informationsgespräch die Wogen zu glätten. 13 Ortsbürger begrüßte Walter dazu im Gasthaus Wolf und einigermaßen überrascht, die von einer Anwohnerin informierte Presse.
Der Anlieger, der nach der am 5. Mai im Stadtrat beschlossenen Änderung des Flächennutzungsplans sowie dem Aufstellungsbeschluss für das Baugebiet „Häzenbaum“ im Interesse seiner Ferienwohnung bei der Baubehörde Einspruch eingelegt hatte, war nicht unter den Anwesenden.
An ein anderes Vermieterehepaar von Ferienwohnungen gewandt, bemerkte Walter: „Ich sehe schon ein, dass sie sich gegen die Veränderung in ein Mischgebiet mit eingeschlossenem Gewerbegebiet wehren“, aber mit dem jetzt in Gang gekommenen Verfahren könne eine Verbesserung erzielt werden, die allen Beteiligten diene. Diese Chance ergäbe sich auch in Verbindung mit der bevorstehenden Dorferneuerung. Seitens der Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE) gäbe es bereits Anregungen, wie sein Bauhof mit Lärmschutz und Eingrünungen verbessert werden kann. Dies werde er dann auch umsetzen, versprach der Unternehmer. Dass er mit der Anlegung der Lagerplatzerweiterung den zweiten Schritt vor dem ersten getan hat, räumte Ludwig Walter ein: „Wir hatten im vergangenen Herbst wenig Arbeit und so bot es sich an, das Gelände einschließlich einer Stützmauer anzulegen“.
Genau da setzte die Kritik der Anwohner mit Ferienwohnungen aber an: „Der Bau war ohne Genehmigung und die hätte im Vorfeld sein müssen“, drückte ein Betroffener seinen Missmut auch über die nachträgliche „Heilung“ im Stadtrat aus, bei der die SPD einfach niedergestimmt worden sei. In ihrem Brief an die Stadt hatte sich dessen Frau über den Lärm und die enorme Staubenwicklung durch die Baufahrzeuge der Firma Walter täglich hauptsächlich von 6 Uhr 15 bis 7 Uhr beschwert.
„Da hebt’s meine Gäste aus den Betten, die Leute reisen mir ab, mit einer „ruhigen Ferienwohnung sei da nicht mehr zu werben,“ führte die Frau aus. Diese Belastung – verursacht durch die unbefestigte Straße – sei aber bereits seit 1970, dem Anfang seines Baugeschäfts gegeben, „nicht ich habe in ein Wohngebiet gebaut, sondern mein Lagerplatz war zuerst da“, hielt dem der Unternehmer entgegen.
Deutlich wurde in der Infoveranstaltung auch, dass es in der Dorfbevölkerung recht unterschiedliche Meinungen zu der Angelegenheit gibt. So stehen von den 14 Anliegern, die Walter mit der Vorlage eines Bebauungsplanes abgefragt hat, elf Befürworter-Unterschriften auf seiner Seite. „Mit der Verwirrung stiftenden Darstellung im Mitteilungsblatt, die sich auf den Flächennutzungsplan bezog, habe ich nix zu tun“ differenzierte der Unternehmer sein Anliegen um „geordnete Verhältnisse“. „Bei mir hat sich noch nie ein Feriengast über Staub oder Lärm beschwert“, sagte ein Anlieger, der aber wie die meisten namentlich nicht genannt sein will.
Seine Vorwürfe gingen dann auch prompt an den Vermieter eingangs der Straße, bei dem die Gäste angeblich auf der Straße parken und so den LKW-Verkehr behinderten. „Sollen sie doch endlich teeren, billiger wird’s nicht, das Hick-Hack alle zwei Jahre sollte endlich beendet werden, dann ist die Kuh vom Eis“, ist seine Hoffnung. „Lassen wir doch die Kirche im Dorf und reden nicht über ein Riesen-Gewerbegebiet“, erinnerte als Fürsprecher des Bebauungsplans der ehemalige Burggaillenreuther Stadtrat Emil Brütting an den einstigen Blank-Bauhof unterhalb des Ebermannstädter Scheunenviertels, da ging die Zufahrt auch über ein sehr enges „Sträßle“.
Mao