Vom Bauernverband und der Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz (WBV) eingeladen waren dagegen die Befürworter wie etwa CSU-Landtagsabgeordneter und BBV-Präsident der Oberpfalz, Franz Kustner und Landrat Reinhardt Glauber (FW).
Neue Aspekte förderte die „einseitige“ Runde nicht an den Tag. Die Statements pro Hackschnitzel zeigten nur, dass der Kampf um das Projekt für Gymnasium und Realschule noch nicht aufgegeben ist. Alle Hoffnungen ruhen dabei auf Landrat Reinhardt Glauber, der bestätigte, dass er in der Sitzung des Kreis-Bauausschusses am kommenden Montag, 13. Dezember, über die Ausschreibung des von der Firma Gammel Engineering aus Abensberg geplanten Heizwerks abstimmen lassen wird.
„Vielleicht steigt der Schulverband dann doch noch ein. In Forchheim und Gräfenberg laufen solche Anlagen doch auch. Warum soll’s dann beim Dritten nicht gehen“?, bemerkte der Landkreis-Chef.
Mehr auf Allgemeinplätze um die nachwachsenden Rohstoffe, den jüngsten Waldschadensbericht der Bundesregierung und die Gas-Lobby, die immer noch mit alten Gas-Preisen Geschäfte machen wolle, beschränkte sich Franz Kustner, der im Landtag auch Mitglied des Landwirtschaft- und Forstausschusses ist. Da will der gelernte Landwirtschaftsmeister das Thema Ökopunkte für Baugebiete mit Bioheizung forcieren.
„Wir können nicht über Klimaschutz- und Pakt reden und dann die Lösung ganz anders machen“, schimpfte der eilige Durchreisende vor seinem Vortrag auf Burg Feuerstein.
Konrad Rosenzweig, Bezirksvorsitzender des Verbandes Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen sprach die Sicherung und den Erhalt von Arbeitsplätzen an, der für die Stadt wiederum von Nutzen wäre und verwies auf die Kaufkraft, die in den örtlichen Geschäften bliebe.
Bauernverbandsvorsitzender Hermann Greif machte deutlich, wie viel Kraft es seinen Verband gekostet hatte, die Arbeitsplätze in der Ebermannstadter Molkerei zu erhalten; noch mehr Arbeitsplätze könnten durch eine Hackschnitzelheizung entstehen, die quasi das zweite Standbein werden könnte.
Landwirtschaftsdirektor Reinhold Wunder ergänzte, dass es heute durch den Service des Maschinenringes sehr einfach sei, auch private Haushalte mit Hackschnitzeln zu beliefern; ein Anruf beim Maschinenring genügt und das Holz wird angefahren, so wie das Heizöl, erklärte Wunder.
Der Forchheimer Forstamtsleiter Hubert Böllet schilderte die guten Erfahrungen damit in seinem Privathaushalt. Vom Maschinenring bestätigte Konrad Distler die Routine mittlerweile in der Hackschnitzelproduktion. Er rechnete vor, dass 70 Festmeter Holz 50 Tonnen Hackschnitzel ergäben. Sie ersetzten 15 Tonnen Heizöl. Im Umkehrschluss würden mit der Mannleistung eines Tages 3000 Liter Heizöl erzeugt. Wenigstens „das Herz der Fränkischen Schweiz“ – eine Blumenrabatte am Ortseingang aus Forchheim – sei in Ebermannstadt schon auf Hackschnitzel gebettet, sagte Distler mit Ironie.
„Wir wollten unsere Sorgen heute noch einmal bekannt machen. Wir müssen für die nächsten 30 Jahre denken“, sagte Bauernverbands-Obmann Hermann Greif abschließend. Er hoffte, dass die vielen Aspekte nochmals in die Diskussion kommen. Sein abschließender Wunsch: „Die Hackschnitzelheizung wär' das schönste Weihnachtsgeschenk für uns Landwirte“.
mao