
Forchheim-Ebermannstadt. Das Für- und Miteinander liegt ihm schon immer am Herzen. Seine Stiftung, die er für alte und behinderte Menschen im Landkreis gegründet hat, ist eine logische Fortsetzung seines Lebenswerkes: Gerhard Boß. Mit 55 000 Euro hat er sie ausgestattet, inzwischen ist sie mit 10 000 Euro aufgestockt, davon hat die Sparkasse Forchheim 5000 Euro draufgelegt.
Den Weg zur Stiftung beschreibt der Priester, langjährige Rektor von Burg Feuerstein, Leiter des Diözesan-Erwachsenenbildungswerkes, Domkapitular, Träger des Bundesverdienstkreuzes und Päpstliche Ehrenprälat als „Linie“. Sie nimmt ihren Anfang im Krieg, wo Boß eine schwere Verletzung erlitten hat. Die Behinderung, die er davon trug, prägte ihn und sein Wirken.
Er lernt im Lazarett jenes „Für- und Miteinander“ von Leicht- und Schwerverwundeten kennen, erfährt die „Kraft, die Menschen in solchen Situationen zuwächst“. Nach dem Theologie-Studium in München wird er Kaplan in Bayreuth, kümmert sich um die Jugend und um die Menschen am Rande der Gesellschaft.
Die Stiftung beschreibt er als Fortsetzung dieser persönlichen Linie. Ziel ist die „ambulante und häusliche Versorgung“, eben ein Stück jenes „Für- und Miteinander“, das er mit seiner Stiftung weiter geben will. Und „bald ist Weihnachten“, sagt er bei der Anerkennungs-Feier im Haus der Caritas in Forchheim. Dann habe man Zeit, „über den letzten Grund zu meditieren“. „Menschen, die es nötig haben, können davon zehren.“ Erzbischof Ludwig Schick kennt den Stiftungs-Gründer seit langem und schätzt an ihm seinen „Humor, die unkomplizierte Art und wie er mit seiner Behinderung umgehen konnte“. Dieses Schicksal habe er angenommen und daraus „etwas für andere gemacht“. All sein Wirken habe den Sinn gehabt, sich zum Wohl anderer Menschen einzusetzen. Die Stiftung sei eine „konsequente Folge“ dieser Lebenseinstellung.
„Auf Dauer Gutes bewirken“ – das lobte Harald Reinsch, Vorstand der Sparkasse. Aber wie St. Martin den Mantel teilen könne man nur, „wenn man einen hat“. Symbolhaft überreichte er Boß seinen Mantel – mit einem Scheck über 5000 Euro. Verbunden mit dem Versprechen, für Veranstaltungen, die dem Stiftungszweck dienen, Räume und Referenten zur Verfügung zu stellen.
Lob, Anerkennung und Dank zollte auch Dr. Gerhard Habermann, der Vorsitzende des Caritasverbandes des Landkreises Forchheim. Die Stiftung sei eine „Form des sozialen Miteinander“, die schon seit der Antike ihre Wirkung zeitige. Oberregierungsrat Lang von der Regierung von Oberfranken weiß von der finanziellen Lage der Bezirke. Hier könne „bürgerschaftliches Engagement“ viel bewirken.
Otto Lapp