Die Holding sei weder eine „Liebesheirat“, noch eine für uns zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit, erläutert der Geschäftsführer. Sie mache aber Sinn, denn hier könne gespart werden, ohne dass dies auf Kosten der Patienten geht. So ist geplant, die Lohnabrechnungen für die Beschäftigten beider Häuser von einer Stelle aus zu organisieren, denn „dem Computerprogramm ist es egal, ob er er 500 oder 2000 Gehaltsabrechnungen druckt“. Sorgen um seinen Arbeitsplatz müsse sich aber niemand machen, denn eine solche Zusammenarbeit werde sozialverträglich gestaltet, versichert der Verwaltungschef. „Wir gewähren unseren Leuten eine Arbeitsplatzsicherheit“ verspricht er. Weitere Synergie-Effekte sieht er im gemeinsamen Einkauf oder der Wäscherei.
Nicht opfern will er die eigene Küche, denn sie sei eines der Qualitätsmerkmale der Klinik und arbeite günstiger als beispielsweise ein großer „Caterer“.
Dies habe eine Untersuchung durch ein namhaftes Unternehmen ergeben. Und das Team um Chefkoch Stefan Bogner ist auch so flexibel, um ab und an individuelle Wünsche erfüllen zu können. So gab's gestern für einen Patienten Zander. Und für die Angehörigen Kaffee gratis.
Überlegt wird, ob nicht auch warmes Mittagessen für die Familien der Patienten angeboten werden soll. Gedacht ist an ein warmes Büffet, das sich die Leute selbst holen, so dass keine Personalkosten anfallen.
„Das will sich unser Haus (164 Betten, davon 104 für Akutkranke und 60 für den Bereich Geriatrie) leisten“ bekräftigt Chefarzt Dr. Georg Obenauf. Mit Stolz verweist er darauf, dass heuer bereits wieder 200 Patienten mehr behandelt wurden als im Vorjahr. Im vergleich zu den Zahlen vor zehn Jahren werden jetzt um 1200 Patienten jährlich mehr behandelt als damals.
Dadurch muss die Finanzlücke kompensiert werden, die durch die Umstellung von Tagessätzen auf Pflegepauschalen entstanden ist. Lag die durchschnittliche Verweildauer in einem Krankenhaus noch bei 13 Tagen, liegt dieser Schnitt in der Klinik Fränkische Schweiz aktuell bei 6,9 Tagen.
Unser Ziel muss es sein, auch ohne Kooperation schwarze Zahlen zu schreiben, verdeutlicht Penzhorn. Das sei in den letzten 15 Jahren auch immer erreicht worden, mit Ausnahme des vergangenen Jahres. Da gab es eine große Umbaumaßnahme, bei der sämtliche Leitungen erneuert werden mussten, so dass über das ganze Jahr hinweg 25 Betten nicht belegt werden konnten. Diese 600 000 Euro waren im Etat nicht eingeplant. Ferner mussten 400 000 € zu Unrecht erhaltene Fördermittel an den Staat zurück bezahlt werden. „Eine Million, die wir uns aus den Rippen schneiden mussten“ so Penzhorn, der aber schnell anfügt, dass es sich hier um eine einmalige, außergewöhnliche Situation gehandelt habe.
Nicht minder stolz ist er auf die Erfolge in der physikalischen Therapie, wo die Patienten nach einem Schlaganfall wieder das Gehen und durch Flechten, bohren oder bügeln die Fingerfertigkeit wieder erlernen. Auch dabei gilt: Erstklassige medizinische Versorgung wird kombiniert mit schönem, hotelartigem Service. Das schätzen die Leute, denn bereits jetzt kommt ein Drittel der Patienten aus dem Großraum Nürnberg. Und noch etwas fällt auf: 40 Prozent der in der Klinik Fränkische Schweiz behandelten Klientel sind Privatkunden. Für die Leitung des Hauses ein Beweis, dass die Betreuung stimmt.
Das zeigt auch das Schlaflabor. Die sechs hier zur Verfügung stehenden Plätze sind bereits jetzt bis Januar ausgebucht. Jährlich werden 900 Patienten behandelt. Neueste Technik, wie der Pupillograph, der die Tagesschläfrigkeit misst und dazu beitragen soll, den Sekundenschlaf zu verhindern, ist auch hier selbstverständlich.
Josef Hofbauer