Für Streichung kein Verständnis

Ebermannstadter mahnen Kostenbeteiligung des Landkreises an

Ebermannstadt. Mit Unverständnis reagierte der Haupt- und Kulturausschuss auf die Mitteilung des Landratsamtes, wonach die Fördermittel für die kommunale Jugendpflegerin gestrichen wurden. „Kein Geld“ bedauerte Martin Haendl in dem Schreiben an die Stadt.

Das wollte Hubert Herbst (CSU) so nicht akzeptieren. Er regte an, die Landkreisbehörde an ihre Zusagen von 30 Prozent der Kosten für einen Jugendpfleger – maximal aber 12 782 Euro – zu übernehmen. Immerhin sei Ebermannstadt neben Forchheim als eine der wenigen Kommunen bei der Stange geblieben und habe die Anregung des Jugendamtes umgesetzt.

Nicht in Geld messbar

Selbst Jugendamtsleiter Martin Haendl hatte bestätigt, dass Ebermannstadt beispielgebend auf demografische und soziale Entwicklungen reagiert habe. Die Jugendpflegerin, die geschaffenen Jugendräume, eine qualifizierte Mittagsbetreuung und die vorliegenden Bedarfsanalysen für weitere Formen der Kinder-Ganztagesbetreuung seien wichtige Bausteine für eine famlilien- und zukunftsorientierte gemeindliche Infrastruktur, rief Bürgermeister Kraus das Schreiben des Jugendamtsleiters in Erinnerung.

Er hatte auch bestätigt, dass solche präventiven Angebote nicht immer gleich in fiskalische Einsparungen umgerechnet werden könnten. Die Summe dieser Aktivitäten leiste aber sicher einen Beitrag zur Entlastung sonst später notwendiger erzieherischer Interventionen. Mit anderen Worten: der Landkreis spart durch die Förderung der Jugendpflege, übersetzte Hubert Herbst.

Das sah auch Georg Held (SPD) so. Er plädierte ebenso wie Ludwig Walter (MOG) dafür, den Landkreis an früher gegebene Versprechen zu erinnern. Das wurde einstimmig so beschlossen.

Zuvor hatte Jugendpflegerin Milena Bucefari einen umfangreichen Tätigkeitsbericht abgeliefert. Im Mittelpunkt stand dabei das Ferienprogramm, das sich heuer über fünf Wochen erstreckte und das 215 Kinder zwischen acht und 14 Jahren in Anspruch nahmen. Durch die Einbindung der Vereine, die einen Großteil der 24 Veranstaltungen organisierten, war das Angebot umfang- und abwechslungreich wie selten.

Die nächsten Veranstaltungen sind bereits geplant. So steht am 3. November eine Fahrt ins Palm Beach auf dem Programm und am 4. November gibt es einen Erlebnistag im Jugendzentrum. Am Wochenende des 6./7. November fahren die Jugendlichen mit dem FCN Fanclub Mühlbachtal ins Nürnberger Fußballstadion.

Unterstützung signalisiert

Lob zollten die Jugendpflegerin und Jugendbeauftragter Richard Wiegärtner ihrer Klientel, für ihr vorbildliches Verhalten im Jugendtreff. Einzige Bitte von Milena Bucefari: Die Pflasterarbeiten zum hinteren Eingang sollten umgehend erledigt werden. Hier zeigte sich Bauunternehmer Luggi Walter großzügig. Er versprach, kostenlos den Unterbau für diese Maßnahme zu erstellen.

Der Hauptausschuss beschloss, die Mittel für die Pflasterarbeiten in den Etat einzuplanen. Auch außen soll der Jugendtreff ansprechender gestaltet werden. Da der Putz bröckelt, soll das Gebäude komplett neu verputzt werden. Hier signalisierte die wieder belebte Werbegemeinschaft Ebermannstadt durch ihren neuen Vorsitzenden Wolf Sander finanzielle Hilfe.

Zufriedene Gesichter gab es auch bei den Mitgliedern des Freundeskreises Chantonnay. Vorsitzende Katja Metschnabl ließ die Mini-Olympiade Revue passieren, die abgesehen von Kleinigkeiten reibungslos verlaufen sei.

Bürgermeister Franz Josef Kraus bestätigte, dass es sich bei der Partnerschaft mit Chantonnay um eine lebendige Partnerschaft, eine Basis-Freundschaft handle. Dazu trage nicht zu letzt der Schüleraustausch mit dem College St. Joseph und dem Lycee Georges Clemenceau bei. Für wünschenswert hielt Katja Metschnabl die Teilnahme von Stadtratsmitgliedern an den Sitzungen des Freundeskreises, der jeden zweiten Mittwoch im Monat ab 18 Uhr im Gasthof Zur Post tagt.

Auf eine Zigarrenlänge

Das sei machbar, fand Bürgermeister Kraus, zumal sich die Sitzungen auch zeitlich im Rahmen hielten. Sie dauerten in der Regel nicht länger als „eine Zigarrenlänge vom Sepp Hermmann“, dem früheren Vorsitzenden des Freundeskreises.

Finanziell hielt sich die Mini-Olympiade im Rahmen. Wären nicht die Einnahmen drastisch weniger gewesen als geplant, hätte der Haushaltsansatz exakt gestimmt. Aber auch so bleiben die Gesamtausgaben mit 17 800 Euro unter dem Haushaltsansatz von 19 000 Euro.

Besonders lobte der Bürgermeister hier das Engagement des Freundeskreises. Dadurch konnte die Zahl der Arbeitsstunden der Stadtarbeiter von 195 auf 121 Stunden gedrückt werden. Für die Stadt bedeutet das immerhin eine Ersparnis von 1300 Euro.

Josef Hofbauer


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