„Es ist also Besorgnis entstanden“ fasste Diakon Wolfgang Streit als Vertreter des Trägers der Einrichtung (Diakonisches Werk Bamberg-Forchheim) zusammen. Um Aufklärung bat er Günther Trost, von der Regionalgeschäftsstelle der Johanniter in Schlüsselfeld, der seit einiger Zeit auch für die Johanniter im Landkreis Forchheim zuständig ist. Er sprach von einer Umstrukturierung.
Betroffen sei davon in erster Linie die ambulante Pflegestation, die geschlossen werden soll. Die 20 Personen machten einen wirtschaftlichen Betrieb unmöglich. Es habe sich „ein großes Minus“ angesammelt. Die Johanniter könnten die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllen. Deshalb sei den Patienten ein Wechsel zu einem anderen Pflegedienst nahe gelegt worden.
Die ambulante Pflegestation des Diakonischen Werkes sei bereit, diese Patienten zu übernehmen, bestätigte der Leiter dieser Einrichtung, Michael Messingschlager aus Forchheim. Gespräche mit den Betroffenen seien bereits geführt worden. Mit einer Ausnahme – ein Patient will zur Caritas-Sozialstation wechseln – nehmen alle dieses Angebot an. Ein Wechsel, so versicherten Diakon Wolfgang Streit und Pflegedienstleiter Messingschlager, der sich problemlos vollziehen werde.
Aber was ist mit den Personen im „betreuten Wohnen“, denen vertraglich eine „pflegerische Erstversorgung“ durch die Johanniter-Unfallhilfe zugesichert wurde, fragte eine der knapp zwei Dutzend Diskussionsteilnehmer. Dafür bezahle jeder 30,56 Euro pro Monat.
Diese Verträge seien null und nichtig, denn ihnen sei durch den Gesetzgeber die Basis entzogen, informierte Wolfgang Streit. Der Abschluss eines Pflegevertrages, vor ein paar Jahren noch Voraussetzung für den Erwerb einer Wohnung im Seniorenzentrum Ebermannstadt sei laut Gesetzgeber „nicht rechtens“.
Überdies sei es gesetzlich verboten, dass Pflegekräfte, die in der Pflegestation des Hauses beschäftigt sind, bei Senioren im Bereich des „betreuten Wohnens“ nach dem Rechten sehen, wenn diese den Alarmknopf drücken. Beide Einrichtungen müssten strikt getrennt sein. Die Folge: Höhere Kosten! für die Senioren.
Die Johanniter seien gezwungen, so Günther Trost, die Verträge mit den Heimbewohnern zu kündigen und neue Verträge auszuhandeln. Hier sei in der Vergangenheit von den Johannitern „sehr viel versprochen worden, was heute nicht mehr eingehalten werden könne“ räumte Trost ein.
Er ließ keinen Zweifel daran,dass die Bewohner der Seniorenwohnanlage Ebermannstadt mehr zahlen müssten wenn sie den gleichen Standard wie bisher haben wollte. Dabei wurde deutlich, dass Pflege nicht gleich Pflege ist. Hier werde jede Einzelleistung separat aufgeschlüsselt und abgerechnet.
„Dabei ist es günstig, wenn man in eine Pflegestufe eingeordnet ist“, befand Wolfgang Streit. Alle anderen müssten je nach Leistung selbst bezahlen. Dennoch appellierte er: „Machen Sie sich keine Sorgen“.
Josef Hofbauer