Es ist eines der obersten Bildungsziele

Zweite „Generation“ der Coolrider erhalten ihre Ausbildungszertifikate – Wirklich cool ist, nicht wegzuschauen

Ebermannstadt. Nicht wegschauen, wenn Kleinere gehänselt oder geschlagen werden, den Mund aufmachen, wenn der Bus als Mülleimer missbraucht wird, sich dafür einsetzen, dass es im Bus gesitteter zugeht. Das ist die Aufgabe der Coolrider, die es seit einem Jahr gibt. Gestern durften die Neuen der zweiten Coolrider-Staffel ihre Ausweise und Urkunden entgegennehmen.

Im Grünen Saal der Volksschule Ebermannstadt bekundeten Schulleiter Eberhard Krieger und seine Kollegen der Realschule und dem Gymnasium Fränkische Schweiz ihren Respekt vor dem Einsatz der Schüler/innen, das nur durch die Schulart-übergreifende Teilnahme ein Erfolg werden konnte. Den Coolridern der „ersten Generation“ und den Neuen sagte Krieger ein herzliches Vergelt`s Gott, weil sie zu mehr Ruhe und Ordnung in den Bussen beitragen.

Vizelandrat Gregor Schmitt unterstrich die Bedeutung der Fahrzeugbegleiter, denn durch ihren Einsatz sei es gelungen, die Sachbeschädigungen, die leider nicht nur in Bussen sondern auch in Schulgebäuden und Turnhallen registriert wurden, einzudämmen. Und er freute sich, dass das Beispiel der zertifizierten Kinder Schule machte. Zum einen durch jene, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und ihre Ausweise, Anstecknadeln und Urkunden in Empfang nehmen durften, zum anderen durch die Schulen Eckental und Gräfenberg, an denen als nächstes Coolrider ausgebildet werden sollen.

Auf ihren Urkunden wird den Coolridern bescheinigt, dass sie dank einer Gesprächsschulung den richtigen Ton im Umgang mit den Mitschülern und Erwachsenen finden, dass sie die Körpersprache bewusst einsetzen können, dass sie Gefahrensituationen erkennen, richtig einschätzen und entsprechend handeln können und zu Deeskalation beitragen. Ebenso wird ihre Rolle als Mediatoren hervor gehoben.

„Coolrider-Papa“ wie Axel Ernst von der VAG Nürnberg von den Schüler/innen genannt wird, zeigte sich stolz, dass in den vergangenen zwei Jahren in ganz Franken etwa 140 Coolrider ausgebildet wurden. Das Ziel sei, jährlich hundert neue Fahrzeugbegleiter hinzu zu gewinnen. Deutschlandweit gebe es bereits ein paar tausend Schüler, die es cool finden, Verantwortung für andere zu übernehmen. Das wirke sich auch später bei der Suche nach einem Arbeitsplatz positiv aus, lobte Ernst.

Lieselotte Rall-Weiß, Konrektorin des Gymnasiums Fränkische Schweiz erinnerte, dass die Kinder sehr viel Zeit in den Bussen verbringen. Das Geschubse und Geschiebe an den Bushaltestellen und im Bus berge nicht nur immense Gefahrensituationen, sondern beeinträchtige auch den Busfahrer. Durch das Engagement der Coolrider könne nicht nur die Zahl der Schulweg-Unfälle gemindert werden. Verantwortung übernehmen und Hilfsbereitschaft üben sei darüber hinaus eines der obersten Bildungsziele, die hier realisiert würden.

Hermann Kausler vom Bundesgrenzschutz, der zusammen mit Kollegen den Schülern bei der Ausbildung die juristische Tragweite eines Fehlverhaltens erläutert hatte, unterstrich noch einmal, dass es nicht cool ist, eine Wand zu verschmieren, sondern jemand davon abzuhalten und dass es auch nicht cool ist, Kleineren gegenüber die eigene Macht zu demonstrieren, sondern viel mehr Mut erfordert, sich auf die Seite der Schwächeren zu stellen. In diesem Sinne wünschte er den Coolridern viel Erfolg in ihrem Ehrenamt.

Josef Hofbauer


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