Keine überzogenen Forderungen gestellt

Der Bauausschuss Ebermannstadt beschäftigt sich mit den Dorferneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen

In Buckenreuth soll im Rahmen der Dorferneuerung der Bereich des Buswartehäuschens neu gestaltet werden. Links davon soll ein Brunnen entstehen. FT-Foto: Barbara Herbst

Ebermannstadt. Dorferneuerungsmaßnahmen in den Ortsteilen Moggast, Buckenreuth und Rüssenbach standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Bauausschusses Ebermannstadt. Ferner sorgte sich Ludwig Brütting um den guten Ruf als Schulstadt, der in Gefahr sei.

Bürgermeister Franz Josef Kraus hatte im Bau-Sachstandsbericht darüber informiert, dass die Sanierung der Volksschule nicht vor 2006 in Angriff genommen werden könne. Mit der Zuschusszusage rechne er im Oktober kommenden Jahres. Noch in diesem Monat soll der Zuschussantrag auf Fördermittel im Rahmen des Programmes „Investition Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB), bei der Regierung von Oberfranken gestellt werden.

Schnell sanieren

Das ging Ludwig Brütting zu langsam. Er hakte nach, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, über einen vorzeitigen Baubeginn früher mit der Sanierung zu beginnen. Bürgermeister Kraus bedauerte: Voraussetzung sei die Mittelzusage. Die Planung soll aber so rechtzeitig vorliegen, dass unmittelbar danach begonnen werden kann. Als erstes sollen die Baumaßnahmen im Rahmen des IZBB Programmes realisiert werden, die mit 90 Prozent der entstehenden Kosten gefördert werden. Erst dann werde die Schule Schritt für Schritt saniert.

Mehrkosten angefallen

Bereits ein gutes Stück voran gekommen ist die Dorferneuerung in Moggast. Allein durch die mittlerweile fertig gestellte Friedhofsmauer habe das Dorf eine Aufwertung erfahren. Allerdings seien hier auch Mehrkosten von etwa 280 000 Euro angefallen. Davon zahlt die Stadt ihren Anteil, der bei rund 27 000 Euro liegt. Dieser Betrag soll in den Haushalt eingestellt werden.

Als nächstes ist der Umgriff des Dorfweihers an der Reihe. Hier sei darauf zu achten ,dass das Fassungsvermögen nicht verändert wird, damit der Brandschutz weiterhin gewährleistet ist. Im Zuge dieser Maßnahme soll auch die Bushaltestelle verlegt werden. der Nachteil: Die Kleinen müssen die Straße überqueren, nachdem sich die Angrenzer mit der ursprünglichen Planung nicht anfreunden konnten. In der Planung enthalten ist auch die Neugestaltung der Stefanus-Straße und des Umgriffes um das Feuerwehrhaus.

104 von 105 Moggastern haben sich auch mit der Anlage eines Gehsteiges entlang der Staatsstraße in Richtung Gößweinstein einverstanden erklärt. Aber auch für den Fall, dass sich dieser Grundstückeigentümer nicht umstimmen lässt – in Gesprächen wollen Nachbar und Freunde ihn von der Wichtigkeit dieses Vorhabens überzeugen – habe das Straßenbauamt einem Teilausbau des Gehsteiges zugestimmt. Auch eine Deckensanierung wurde für diesen Fall in Aussicht gestellt.

Um Geld gebeten

Da diese Maßnahme bisher aber nur optional in der Planung enthalten war, muss der Gehweg separat beantragt werden. Die Flurbereinigungsdirektion soll daher um die Aufnahme dieses Projektes ersucht und um die Mittelbereitstellung gebeten werden. Insgesamt ist der Gehsteig auf 250 000 Euro veranschlagt.

Eine Gefahrenstelle sahen die Stadträte Horst Distler, Günter Böhm und Klaus Neuner in der Brandruine der ehemaligen Diskothek in Moggast. Das Gremium sprach sich dafür aus, die Aufsichtsbehörde am Landratsamt Forchheim darüber in Kenntnis zu setzen, dass hier dringender Handlungsbedarf bestehe.

Bekannt gegeben wurde seitens der Direktion für Ländliche Entwicklung in Bamberg (DLE) auch der Förderumfang für die Maßnahmen im Zuge der Dorferneuerung in Rüssenbach. Hierfür wurden 676 000 Euro in Aussicht gestellt. Die Bereitschaft der Bürger, sich hier zu engagieren, lasse einen erfolgreichen Verlauf erwarten, hieß es bei der DLE. Bei einem Fördersatz von 60 bis 65 Prozent bedeute dies ein Investitionsvolumen von über einer Million Euro, rechnete Bürgermeister Kraus vor.

Priorität hat bei der Dorferneuerung in Rüssenbach die Umgestaltung des so genannten Inselbereiches beim Brunnen. FT-Foto: Barbara Herbst

Zuerst die „Insel“

Aufbauend auf dem von den Arbeitskreisen unter Mitwirkung des Planungsbüros erarbeiteten Maßnahmen wurde nun seitens der DLE eine Prioritätenliste erstellt. Hier rangiert die Umgestaltung des Bereiches der „Insel“ mit einem neuen Buswartehäuschen, der Sanierung der beiden Brücken, einem Brunnen und einem Bachmauer-Abgang an allererster Stelle.

Dahinter rangieren der Umgriff des Backhauses, der neu gestaltet werden soll und der Umbau des ehemaligen Pfarrhauses in ein Gemeinschaftshaus auf den nächsten Plätzen. Insgesamt sind ein Dutzend Maßnahmen aufgelistet. Bei der Realisierung muss für jeden Teilschritt eine Vereinbarung mit der Stadt abgeschlossen werden informierte Bürgermeister Kraus.

In Buckenreuth soll im Rahmen der Dorferneuerung der Bereich um die Kapelle und das Buswartehäuschen saniert werden. Hier soll neben der Bushaltestelle auch ein neuer Brunnen und eine Anschlagtafel entstehen. Auch der Umgriff um das Feuerwehrhaus soll optisch aufgewertet werden. Insgesamt, so Bürgermeister Kraus, würden trotz Errichtung eines Gemeinschaftshauses die Fördermittel nicht in vollem Umfang ausgeschöpft.

Das liege daran, dass die Buckenreuther keine überzogenen Forderungen stellten und bereit seien mit anzupacken. So sei beim Gemeinschaftshaus bei einem Zuschuss von 61 000 Euro eine Eigenleistung von 40 000 Euro geplant. „Das kann man auch erwarten“ kommentierte der Bürgermeister. Das Gemeinschaftshaus soll später nach dem Gasseldorfer Modell bewirtschaftet werden. Federführend tätig ist hier die örtliche Feuerwehr.

Auch Privat-Förderung

Ausdrücklich verwiesen die Mitglieder des Bauausschusses darauf, dass im Zuge der Dorferneuerung in Buckenreuth auch private Baumaßnahmen, die der Zielsetzung des Verfahrens entsprächen gefördert werden könnten. Ob bereits Anträge vorlägen konnte Bürgermeister Kraus allerdings nicht beantworten.

Einen Vorschlag zur Güte unterbreitete das Gremium noch zum Grenzregelungsverfahren mit der Nachbargemeinde Pretzfeld bei der Thosmühle. Hier ist Ebermannstadt einverstanden den Bereich bis zur Straße zu übernehmen, die Straße selbst soll aber im Besitz der Nachbarn bleiben.

Josef Hofbauer


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