In den eigenen Schuhen gehen

Generationswechsel bei Stadtwerken Ebermannstadt – Jürgen Fiedler neuer Chef

Jürgen Fiedler, links, mit Bürgermeister Kraus

Ebermannstadt. Generationenwechsel bei den Stadtwerken Ebermannstadt. Am gestrigen 1. September trat Diplomingenieur Jürgen Fiedler (29) offiziell die Nachfolge des bisherigen Geschäftsführers Josef Weber an, der am 15. September nach fast 36-jähriger Amtszeit feierlich verabschiedet wird .

Der neue Leiter der Stadtwerke Ebermannstadt wurde aus über 180 Bewerbern aus ganz Bayern ausgewählt. Der gebürtige Hassfurter studierte Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik und arbeitete seit Frühjahr 1999 bei der Preussen Elektra in Hannover, einem großen norddeutschen Energieversorger.

Mit Gründung der E.ON im Rahmen der Fusion von VEBA und VIAG führte ihn sein beruflicher Weg nach Bayreuth, wo er für den Außenauftritt des Unternehmens verantwortlich zeichnete und vor allem Ansprechpartner für Großkunden war. Als einer der jüngsten Bewerber machte Fiedler schließlich bei der Neubesetzung des Geschäftsführer-Postens der Stadtwerke Ebermannstadt das Rennen.

Wunschkandidat

„Er war der Wunschkandidat von Geschäftsführer Josef Weber“, der sich damit seinen Nachfolger mehr oder minder selbst aussuchte, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Ebermannstadt und seiner beiden Tochterunternehmen, der Versorgungsbetriebe GmbH und der Gasversorgung Ebermannstadt GmbH, Bürgermeister Franz Josef Kraus. Weber war übrigens genau so alt als er die Leitung der Stadtwerke Ebermannstadt 1969 übernommen hat, wie Fiedler jetzt, zeigt Bürgermeister Kraus eine Parallele zwischen den beiden Geschäftsführern auf. Das war aber nicht der Grund, weshalb er eingestellt wurde, schmunzelt Kraus. Theoretisch könnte er aber genau so lange im Amt bleiben wie sein Vorgänger.

Dem zollt „der Neue“ ein dickes Lob. „Er hat mich ausgezeichnet eingearbeitet“. Und Fiedler hat gemerkt, er übernimmt ein kerngesundes Unternehmen mit einem ausgezeichneten Image und zufriedenen Kunden. Bei allen Gesprächen, die der neue Repräsentant des größten Energieversorgers der Fränkischen Schweiz mit den Kunden führte, sei die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit betont worden. „Das soll so bleiben“ versichert Fiedler, der seine Hauptaufgabe darin sieht, die Stadtwerke den sich ändernden Rahmenbedingungen anzupassen und das Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Es gelte, den Kunden die Leistungen zusammen mit einem ausgezeichneten Service zu einem fairen Preis anbieten zu können.

Die Kunden schätzten vor allem die Tatsache, dass die Stadtwerke in allen Energiefragen Ansprechpartner sind, dass Störungen schnellstens behoben und Kunden auch kompetent beraten werden. So sei die Kundentreue, auch wenn der Strom seit einigen Jahren farbig geworden ist, außerordentlich groß. Probleme, räumt Fiedler ein, gebe es in jedem Unternehmen. Sie hätten bei den Gesprächen mit den Kunden aber nicht im Mittelpunkt gestanden, vielmehr hätten alle die Vertiefung der Zusammenarbeit unterstrichen.

Rund 20 000 Kunden

Zurzeit versorgen die Stadtwerke Ebermannstadt rund 14 000 Personen zwischen Pretzfeld, Unterleinleiter und Wiesenttal mit Strom. Die Zahl der Wasserkunden – hier versorgen die Stadtwerke neben Ebermannstadt nur die Ortsteile Gasseldorf, Rüssenbach, Niedermirsberg, Neuses, Poxstall, Rothenbühl und Burg Feuerstein, sowie Eschlipp – bezifferte Fiedler auf rund 6000 und mit Erdgas versorgen die Stadtwerke rund 530 Kunden. Diese Sparte sei im Aufbau begriffen erläutert Fieder die noch recht geringe Kundenzahl. Darüber hinaus bieten die Stadtwerke das Kabelfernsehen „ebs.tv“ an und auch das 1965 gebaute und 1991 aufwändig sanierte Erlebnis-Freibad gehört den Stadtwerken.

Mit den 34 Bediensteten – rund zwei Drittel davon gehören zum Bautrupp – erwirtschaftete das Unternehmen im vergangenen Jahren einen Gesamtumsatz von 7 659 000 €. Sorge, dass diese Schuhe seines Vorgängers zu groß sind, haben weder Fiedler, noch Bürgermeister Kraus, der aus eigener Erfahrung weiß: „Jeder muss mit seinen eigenen Schuhen gehen“. Dazu ist Fiedler bereit. Seit zwei Monaten wohnt er mit seiner Frau Annette, eine Apothekerin, bereits in Ebermannstadt. Und beide fühlen sich hier sehr wohl.

Josef Hofbauer


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