Doping höchstens mit Bier und Bratwurst

16. Miniolympiade in Ebermannstadt mit Grüßen von Kindern aus aller Welt – Miteinander und engagiert

EBERMANNSTADT. „Die Möglichkeiten des Miteinanders sind noch lange nicht ausgeschöpft“, betonte Bürgermeister Franz Josef Kraus. „Unsere Partnerschaft ist keine künstliche Konstruktion“, bestätigte „Maire“ Gerard Villette aus Chantonnay bei der Eröffnung der 16. Miniolympiade auf dem Marktplatz.

Dabei sprachen Kinder aus aller Welt Willkommensgrüße in ihren Muttersprachen. Es war „ in klein“ eine perfekte Inszenierung der Zeremonie, wie sie dann in Athen folgen soll. Unter der Regie des Freundeskreises mit Sepp Hermann war bis ins Detail an alles gedacht für einen würdigen Empfang der 150 Gäste aus der Vendee. Dem Festzug voraus trug der Sportler Jonathan Garoth (aus Chantonnay mit Wurzel in Ebermannstadt) die Olympiafahne.

Ode an die Freude

Es folgten die griechische Fahne und – mit elf Landesfarben – Kinder aus Afghanistan, China oder dem Libanon, alle wohnen sie derzeit in Ebermannstadt. Honoratioren und die Feuerwehr hatten ihnen den Vortritt gelassen. Mit der „Ode an die Freude“ wurde der Verbindung Ausdruck verliehen. Wie es Bürgermeister Kraus seinem Freund und Kollegen Villette beim Gästeempfang im Rathaus nochmals unterstrich, gingen die Treffen guter Freunde längst über das Sportliche messen hinaus: Spiel, Kultur und Humor erfrischten und vertieften die Kontakte, befruchtend wirkten hinüber und herüber wandernde Anregungen auf kommunalpolitischem Terrain. Dank sagte der Stadtchef bei der Begrüßung der 1200 Kilometer weit gereisten Gäste auch dem Freundeskreis Städtepartnerschaft für sein überaus großes Engagement bei den Vorbereitungen – die Stadtwerke-Angestellte Johanna Kraus opferte sogar ihren Urlaub – und den Gastfamilien im Stadtgebiet. Die Geschichte der 34 Jahre währenden Partnerschaft rief mit Verweis auf ihre Begründer - die Bürgermeistervorgänger Michel Crucies und Paul Lachmayer sowie Hans Gutheil und den verstorbenen Förderer Karl Theiler – „Maire“ Gerard Villette in Erinnerung: Freundschaft, Miteinander und Engagement seien die drei Säulen der Partnerschaft.

„Wir kochen nicht unser eigenes Süppchen, unsere Aufgabe ist es, als Teile Europas dazu beizutragen, dass unsere Welt ein bisschen friedlicher wird“, übersetzte Reinhold Wick. Keinen Mittler brauchte Villette am Ende: „Isch sage ihnen Grüß Gott, es lebe Ebermannstadt, es lebe Chantonnay, es lebe unsere Freundschaft“.

Die Würdigung der Gründerväter war auch dem französischen Komiteeführer Thomas Marian wichtig, „aber die Partnerschaft kann nur durch sie weiterleben“, appellierte er an die Zuhörer. Von Ebermannstädter Seite stellte Katja Metschnabel gegenüber den Spielen in Athen heraus: „Unser Stadion ist längst fertig, ein olympisches Dorf brauchen wir nicht, weil wir dafür Gastfamilien haben und gedopt wird hier höchstens mit Bier und Bratwurst“.

Feuer und Brieftauben

Mit einem Trommelwirbel der heimischen Gruppe „Sambando“ entzündete Jonathan Garot das olympische Feuer und Brieftauben stiegen in den blauen Himmel. Die Niedermirsberger Musikkapelle, die auch den Festzug begleitet hatte, intonierte die französische, „Chant’ Harmonie“ die deutsche Nationalhymne.

Zum „folkloristischen“ Abschluss gab es unter dem rot-weißen Doppelherz-Wappen aus der Vendee, den ebensolchen Farben Frankens und dem „Herz der Fränkischen Schweiz“ (alle gratis geschaffen von Richard Kulik), den traditionellen „Briochetanz“ und dann mit der Verteilung des Hefebrotes Rotwein ebenfalls aus Frankreich.

Mao


© FT 2004 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.