Vom Erdhügel zur schicken Insel

Bahnsteig-Gestaltung soll die Fahrgastzahlen in Ebermannstadt steigern helfen

Ebermannstadt. Endlich ist die Zeit vorbei, so Bürgermeister Franz Josef Kraus, als die Fahrgäste am Bahnhof „durch Lachen waten mussten“. Der Inselbahnsteig wurde modernisiert – und gestern eingeweiht.

Wie Bahnhofsmanagerin Claudia Gremer sagte, war die 140 Meter lange Anlage „vorher nur ein Erdhügel“; jetzt können sich die Fahrgäste auf einem schicken Bahnsteig wohlfühlen, der mit einer Unterstellmöglichkeit und einem großzügigen Beleuchtungssystem (die alten Peitschenleuchten gibt es nicht mehr) ausgestattet ist.

Außerdem wird blinden und sehbehinderten Menschen dank eines Blindenleitsystems (in den Boden eingearbeitete Rillen) die Orientierung erleichtert.

Zur Ausstattung des 220.000 Euro teuren Ausbaus gehört auch eine Fahrradabstell-Anlage neben dem Bahnsteig. Knapp 700 Fahrgäste nutzen täglich den Bahnhof Ebermannstadt. Claudia Gremer ist überzeugt , dass der neue Wohlfühlbahnsteig weitere Fahrgäste anziehen wird.

Wichtig war der Umbau auch unter touristischen Gesichtspunkten, schließlich sei der Bahnhof Ebermannstadt das Entree zur Fränkischen Schweiz, sagte der Bürgermeister. Der Zustand des Bahnsteiges war laut Kraus so unzumutbar, dass die Stadt gerne 30.000 Euro zum Umbau zugeschossen hat, „obwohl uns die Sache gar nichts angeht.“

Beinahe unzumutbar war dann auch die lange Vorbereitungszeit für den Umbau; sechs Jahre, die ihn phasenweise schier in die Verzweiflung trieben, so Bürgermeister Kraus über die komplizierte Zusammenarbeit mit dem Eisenbahnbundesamt. Während der Planung sei man vom Amt „von Pontius zu Pilatus geschickt worden.“

Schwierigkeiten bereitete dabei vor allem die unterschiedliche Höhe links und rechts des Bahnsteiges. Denn auf der Seite, wo die Züge der Deutschen Bahn halten, musste der Bahnsteig einige Zentimeter höher gebaut werden als auf der gegenüberliegenden Seite, die ausschließlich von den Zügen der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) genutzt werden.

In Händen der DFS liegt es jetzt auch, den Bahnhof Ebermannstadt weiter zu gestalten. Die Stadt hat das Bahnhofsgebäude der DFS überlassen.

Die Eisenbahnfreunde werden die gesamte Anlage so umbauen, dass nostalgische Bahnhofsgefühle aufkommen: Der Bahnsteig soll über den Schalter erreichbar sein, die Fahrscheine werden abgezwickt. Das gilt natürlich nur für den DFS-Zug-Betrieb am Wochenende. Weil die Wartehalle, die bislang auch unter der Woche geöffnet war, mehrfach von Vandalen verunstaltet worden war, wird auch die Halle jetzt nur noch an Wochenenden geöffnet werden, sagte Walter Sieburg (Mitglied des DFS-Vorstandes).

roe


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