Einen spannenden Tag erlebten die Schülerzeitungsredakteur/innen zusammen mit ihrem Betreuer, Realschullehrer Jörg Striepke, auf der Computermesse Systems in München. Am Stand des Bayerischen Staatsinstituts für Schulpädagogik und Bildungsforschung (isb) wurde interessierten Messebesuchern das Projekt „virtuelle Schülerzeitung“ vorgestellt, an dem „droelf-aktuell“ (http://rs-ebermannstadt.virtuelle-schuelerzeitung.de) von Beginn an mitgewirkt hat (der FT berichtete).
Aufgabe der Teenager war es, einen Tag lang live von der Messe zu berichten. Dabei erlebten sie Erstaunliches, wie zum Beispiel einen kleinen, als Tier verkleideten Roboter mit eingebauter Videokamera. Aber sie mussten auch häufig feststellen, dass viele Aussteller auf die bohrenden Fragen der Zeitungsmacher nicht oder nur ausweichend antworteten.
Nicht nur Messebesucher waren an der Arbeit der Zeitungsredakteure interessiert, auch ein Team der Kindernachrichtensendung „Logo“ vom Kinderkanal „KiKa“ besuchte den Stand der virtuellen Schülerzeitung und schaute „droelf-aktuell“ bei der Arbeit zu. Christina, Corinna und Johannes gingen zusammen mit den Profis vom ZDF zum Stand von Microsoft und ließen sich dort bei ihrer Befragung der Mitarbeiter über neueste Software-Produkte filmen. Auf die Frage, wie es um die Sicherheit der aktuellen Windows-Versionen bestellt sei, mussten sie aber feststellen, dass die Pressesprecher nur ausweichend antworteten. Gleich nach dem Interview wurden Text und Bilder ins Netz gestellt, wobei das Fernsehteam filmte und sich den Aufbau der Seiten erklären ließ. Gesendet wurde der Zwei-Minuten-Beitrag noch am gleichen Abend auf „KiKa“.
Während die Kids ihre Reportagen und Interviews machten, erläuterte der Betreuungslehrer der Ebermannstadter Realschüler, Jörg Striepke, den Fachbesuchern auf der Aktionsbühne Leitgedanken zur virtuellen Schülerzeitung. Im anschließenden „Talkclub“ stellten interessierte Lehrer Fragen zum Projekt und zur möglichen Umsetzung an Schulen. Die Präsentation zum Vortrag kann in Kürze auf der Homepage der Realschule Ebermannstadt betrachtet werden (http://www.rs-ebs.de). Dort wird zudem eine ausführliche Bildergalerie zu sehen sein.
Ein anderes Team der Realschüler, Tanja, Christine und Jennifer, befragten unterdessen Messebesucher und Aussteller. Sie wollten wissen, ob die zumeist adrett auftretenden Computerspezialisten nicht nur über Spezialwissen ihrer Branche verfügten, sondern auch auf allgemein bildende Fragen Antworten wussten. Viele Interview-Partner scheiterten allerdings und konnten mit Begriffen wie „Adjektiv“ oder „Quersumme“, die zum „täglichen Brot“ der Realschüler gehören, nichts anfangen.
Das Projekt „virtuelle Schülerzeitung“ richtet sich an alle Schulen in Deutschland und ermöglicht ihnen einen Auftritt im Internet. Namhafte Firmen wie „Canon“ und „Eon“ leisten bei dieser Pionierarbeit Unterstützung, sodass es für die Schülerzeitungsredaktionen kostenlos ist. „Droelf-aktuell“ von der Realschule Ebermannstadt ist nunmehr ein Jahr dabei und gehört zu den ersten Schulen überhaupt, die sich an der virtuellen Schülerzeitung beteiligt haben.
Nach dem großen Erfolg auf der Computermesse haben die insgesamt knapp 15 Schüler/innen der Redaktion schon das nächste Projekt im Auge. Im November wollen sie einen Film drehen und sich damit an einem bayernweit ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligen.