Ebermannstädter Stadtrat über Heizung der Halle
Mit Holz oder Gas? - Beim Thema „Hackschnitzel“ noch viele Fragen offen
Ebermannstadt.
Einstimmig ist das Votum des Stadtrates für das Millionen-Projekt Mehrzweckhalle ausgefallen. Nicht ganz einig aber war sich das Gremium über die künftige Beheizung der Halle.
Wie mehrfach berichtet, soll am Schulzentrum eine Dreifach-Turnhalle entstehen, die zugleich größere Veranstaltungen aller Art in der Stadt ermöglicht. Bislang liegen die Kosten dafür bei 5,35 Millionen Euro. Nächster Schritt ist nun das Einreichen der Pläne in Bayreuth.
Kreis muss entscheiden
Hackschnitzel oder Gas — das war dann die Frage, als es um die Heizungsanlage ging. Bürgermeister Franz Josef Kraus blendete dazu auf bisherige Gespräche mit dem Landkreis zurück. Denn die Frage hängt von der Entscheidung des Kreises als Sachaufwandsträger für die Schulen ab. Sollte sich der Landkreis für Hackschnitzel entscheiden, könnte die Stadt ebenfalls darüber nachdenken, ihre Halle so zu beheizen. „Für die Mehrzweckhalle allein ist eine Hackschnitzelanlage nicht wirtschaftlich“, so stellte der Bürgermeister eindeutig fest.
Mittlerweile gibt es zu der Frage zwei Gutachten. Eines davon favorisiert unter ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten die Hackschnitzelanlage für den gesamten Komplex. Dieses wird aber von Kraus angezweifelt: „Das Gutachten war schon sehr in eine Richtung orientiert.“
In Ebermannstadt holte man daher ein Angebot von der Gasversorgung (angesiedelt bei den Stadtwerken) ein. Dieses Angebot, so ein zweites Gutachten, würde unter wirtschaftlichen Aspekten die Hackschnitzel um rund 10 000 Euro jährlich schlagen. Und es beinhaltet ein „Schmankerl“: Im Preis ist der Austausch der alten Heizung in zirka acht Jahren inbegriffen.
Hubert Herbst (CSU) hatte nun die schwierige Aufgabe zu begründen, warum seine Fraktion zwar für Hackschnitzel sei, aber dann auch wieder nicht. Denn in Ebermannstadt haben sich inzwischen Waldbauern zusammengeschlossen, die an der Lieferung des Rohstoffes interessiert wären, einige von ihnen waren unter den Zuhörern der Sitzung vertreten. Herbst führte aus, dass es noch viele offene Fragen gebe. Eine davon hängt mit der Bewirtschaftung der 400 Hektar Stadtwald zusammen. Ursprünglich dachte man nämlich über ein „Schnäppchen“ nach. Die Waldbauern sollten den Stadtwald zur Gewinnung von Hackschnitzeln zur Verfügung gestellt bekommen und im Haushalt der Stadt fiele der Posten „Waldpflege“ weg. Bei einem Treffen mit den Landwirten aber, machten diese jedoch klar, dass sie den Stadtwald dafür für ungeeignet halten.
Ungeklärt, so Herbst weiter, sei der Standort des Heizwerkes. Hier gebe es Befürchtungen der Anwohner, sie könnten belästigt werden. Bevor diese Fragen nicht geklärt seien, könne man sich nicht eindeutig für Hackschnitzel aussprechen.
„Wir sollten wenigstens eine Richtung festlegen“, forderte Georg Held (SPD). „Es steht die Entscheidung an, ob das Geld in der Region bleibt oder nach außerhalb geht.“ Held vermutete, man wolle ein „Horrorszenario“ in Sachen Hackschnitzel entwerfen. Auch die Zahlen der Berechnungen sah er kritisch und kam teils zu anderen Resultaten. Zugleich räumte aber auch Held ein, dass die verschiedenen Gutachten für mehr Verwirrung als Klarheit gesorgt hätten. Eine Meinung, die auch Wolfgang Minderlein (FWBB) teilte. Er sprach sich mit seiner Fraktion für Hackschnitzel aus.
Nicht „spruchreif“
Alfons Dorn (WGOM) bilanzierte, alles sei noch nicht „spruchreif“. Entsprechend fiel dann der Beschluss aus, gegen die Stimmen von FWBB entschied man sich dafür, zunächst auf die Beheizung der Mehrzweckhalle mit Hackschnitzeln zu verzichten, ließ sich aber ein Hintertürchen offen, sollte sich der Landkreis dafür entscheiden, will man neu diskutieren.
Dass das Thema für Diskussionsstoff sorgen wird, machte auch ein Zuhörer deutlich. Der Landwirt zog die Wahlwerbung von Bürgermeister Kraus aus der Tasche, in der es geheißen hatte: „Er setzt sich ein für die Förderung erneuerbarer Energien, eine nachhaltige Forstwirtschaft und eine naturnahe Landschaftspflege.“ „Und dann entscheiden die hier das genaue Gegenteil“, so der verärgerte Bürger.
Beate Dietz
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