
Ebermannstadt. „Ehrungen“, zitierte Bürgermeister Franz Josef Kraus Altbundeskanzler Konrad Adenauer, „das ist, wenn die Gerechtigkeit ihren liebenswürdigen Tag hat“. Der war zwei Tage vor Heiligabend, als Ex-Schulleiter und Heimatpfleger Erich Döttl mit dem Goldenen Ehrenring der Stadt ausgezeichnet wurde.
Der Gründungs-Schulleiter des Gymnasiums Fränkische Schweiz habe sich um das Gemeinwohl verdient gemacht. Er habe das praktiziert, wovon viele andere nur reden: Bürgersinn und Solidarität.
Von Anfang an – seit 1970 – habe sich der gebürtige Lichtenfelser für die Kulturarbeit in Ebermannstadt zur Verfügung gestellt. „Bürgermeister, wenn Sie mich für die Stadt brauchen und Sie meinen, dass ich fähig bin, das zu tun, dann mach' ich das“. Diesem Credo sei Döttl bis heute treu geblieben.
Mit Zähigkeit und großem Fleiß habe sich Döttl bemüht, die Stadtheiligen Florian, Nepomuk, Nikolaus und Sebastian, die seit anderthalb Jahrhunderten vergessen und verschollen waren, ausfindig zu machen. Tatsächlich gelang es ihm, die Figuren ausfindig zu machen und als Leihgaben zu erwerben. Nach den Restaurierungsarbeiten zierten drei der wieder gefundenen Heiligenfiguren die Aula des Gymnasiums.
Ferner sei der Geehrte zu einem Friedrich-Theiler-Fan geworden. Er wisse über die Kunstwerke besser Bescheid als jeder andere. Gemeinsam mit Toni Welzbacher habe er die Arbeiten in einem Theiler-Band dokumentiert.
Einen Namen gemacht habe sich Döttl, der 1970 die Brücken in Schwandorf abbrach und nach Ebermannstadt kam, als Kämpfer gegen die „Vernichtung und Verhunzung gewachsenen fränkischen Kulturgutes“. So wurde er kurz nach seiner Verabschiedung als Schulleiter zum Kreisheimatpfleger ernannt. Als erstes Projekt ging er die Auswertung bislang unbekannter Theiler-Zeichnungen an. Und dann hatte Döttl auch noch Zeit, zu schreiben. Die Bändchen „Feierabend“, „Die Christnacht im Januar“, „Die Heiligen des Friedrich Theiler“, der Kulturführer „Ebermannstadt und das untere Wiesenttal“ oder „Zum Grinsen, Grübeln, Gruseln“ seien Werke, die gern gelesen würden.
Engagiert habe sich Döttl ferner beim Fränkische-Schweiz-Verein Ebermannstadt, beim Kulturkreis, im Museumsbeirat für das Heimatmuseum als besonderer Kenner von Friedrich Theiler und als Referent der Hanns-Seidel-Stiftung für Kultur und Brauchtum. Nach dem Ehrenteller der Stadt (1981) und dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik (1998) beschloss der Stadtrat im Februar dieses Jahres, Erich Döttl den Goldenen Ehrenring der Stadt zu verleihen.
Der Geehrte zeigte sich tief bewegt von der Auszeichnung. Er bekräftigte, dass er mit dem Schritt, nach Ebermannstadt zu gehen, eine richtige Entscheidung getroffen habe. Auch die Heimatpflege sei ihm stets ein wichtiges Anliegen gewesen. Dabei sei es ihm nicht darum gegangen, „Asche aufzubewahren“, sondern „die Flamme am lodern zu erhalten“.
Und Erich Döttl hatte auch einen Trost für den Stadtkämmerer. „Eine Stadt, die in Finanznöten steckt, die aber am Jahresende Goldene Ringe verteilen kann, der kann es gar nicht so schlecht gehen“ meinte Döttl verschmitzt.
JH