Mit Bodenheizung und Reserveraum

Bauausschuss segnete Detailplanung für die Mehrfach-Turnhalle ab – Noch Einsparpotenzial

Ebermannstadt. Bis ins kleinste Detail hat der Bauausschuss sich gut zwei Stunden lang mit Heizung, Beleuchtung und Belüftung der neuen Dreifachturnhalle befasst. Architekt Tim Gräßel, sowie Karl-Hans Popp und Klaus Koppe präsentierten einen Entwurf, der gegenüber der ersten Kosten- schätzung von 5,6 Millionen Euro um 250 000 bis 300 000 Euro günstiger ist.

Nach einer Unterredung mit Vertretern der Ebermannstadter Schulen bei der Regierung von Oberfranken einigten sich die Beteiligten mit den Planern auf acht Duschplätze und sechs Waschbecken. Ursprünglich hatten die Regierungsvertreter zehn Duschen und doppelt so viele Waschbecken wie jetzt gefordert. Die Umkleideräume wurde auf Wunsch der Regierung auf 26 Quadratmeter vergrößert, so dass jetzt die förderfähige Mindestgröße erreicht ist.

Größer werden auch die Geräteräume. Statt ursprünglich 149 Quadratmetern hat sie Architekt Gräßel nun auf 165 Quadratmeter ausgeweitet. Die Außenwände werden dafür um 30 Zentimeter verschoben.

Wie der Erlanger Architekt berichtete, wurde alles getan, um eine möglichst optimale Schallabtrennung der drei Hallen zu erreichen. Die Vorhänge verlaufen in so genannten Schallsümpfen. Dennoch sei die Erreichbarkeit der Geräteräume auch bei heruntergelassenen Trennwänden gewährleistet.

Gebilligt wurde auch ein so genannter 67 Quadratmeter großer Reserve-Raum, in dem der TSV Ebermannstadt Geräte unterbringen kann.

Der Bauausschuss stimmte der Maßnahme zu, da „kaum Mehrkosten“ entstünden.

Nach mehrmaligem Umplanen, so Architekt Gräßel, sei die Lüftungsanlage wieder da, wo sie ursprünglich vorgesehen war. Hier gebe es die kürzeste Leitungsführung, so dass dies die größte Effektivität garantiere. Befürchtungen von Lehrern, pubertierende Jugendliche könnten den Mädchen beim Turnen zusehen, so dass ein Sichtschutz notwendig sei, wies der Bauausschuss zurück. Der Umgang auf der Nord- und Ostseite, von dem aus ein Blick in die Hallen möglich wäre, soll vorher durch ein Türchen abgeriegelt werden. Wer hier drüber klettert, um in den Bereich zwischen der Einfach- und der neuen Mehrfach-Turnhalle zu gelangen, begeht Hausfriedensbruch. Überdies könnten hier die Aufsichtspersonen regelnd eingreifen.

Beheizt wird die Halle mit Fernwärme. Im Bereich der Umkleidekabinen entschied sich das Gremium für eine Fußbodenheizung. Für den so genannten Schmutzgang hingegen sind Heizkörper geplant, die aber so hoch sein sollen, dass sei nicht als Turngeräte missbraucht werden können.

Für das Foyer nahmen die Ausschuss-Mitglieder die Mehrkosten von rund 7.500 Euro für eine Fußbodenheizung in Kauf, weil „eine gute Verkleidung der Radiatoren unwesentlich weniger an Kosten verursacht“ hätte.

Bei der Frage, ob der Legionellen-Gefahr auf thermische oder elektrolytische Weise zu Leibe gerückt werden soll, folgte der Rat dem Vorschlag des Planers, der sich für eine thermische Lösung ausgesprochen hatte. An den Duschköpfen könnten sich zwar Legionellen bilden, doch ihre Zahl sei so klein, dass nichts passieren dürfte.

Ausführlich erläutert wurde auch die Lüftung, die dreigeteilt ist in einen Dusch- und Umkleidebereich, den WC-Bereich und den restliche Hallenbereich. Insgesamt, so Karl Hans Popp, sei die Halle auf 600 Personen ausgelegt. Es könnten aber auch das doppelte an Personen untergebracht werden.

Bis zur Klobrille

Geeinigt hat sich das Gremium auch auf die Art des Klosetts, der Klobrille und der Duschköpfe, die aber vandalensicher sein müssen. Bei der Beleuchtung plädierte Klaus Koppe für Punktleuchten, wenngleich sich Architekt Tim Gräßel auch Langfeldleuchten vorstellen kann.

Sowohl die Lichtanlage als auch die Beschallung soll von einem Regieraum aus gesteuert werden. Anschlüsse für Beamer und eine Brandmeldeanlage sowie eine Spielstandsanzeige sind vorgesehen. Im Außenbereich sind die Steckdosensäulen so zu gestalten, dass sie abgeschlossen werden können.

Zehn Bewegungsmelder in der Halle, die an einen zentralen Ort aufgeschaltet werden müssen, sollen ein Mindestmaß an Sicherheit gewährleisten. So soll verhindert werden, dass sich niemand einschließen lässt.

Der Zugang zu den Hallen soll über eine PC-Anlage und Computerkarten geregelt werden. Dies sei besser als eine Schließanlage, fand Bauamtsleiter Seitz. Im Bedarfsfalle könne eine verloren gegangene Karte leicht gesperrt werden.

Wie Architekt Gräßel vorrechnete, kostet der umbaute Raum in der Mehrfachhalle derzeit rund 203 Euro. Damit liege Ebermannstadt etwa in der Mitte des Spektrums für solche Anlagen, das von 140 bis 290 Euro reiche. Gegenüber der ersten Kostenschätzung, die noch von 228 Euro pro Kubikmeter ausgegangen war, seien bereits deutliche Einsparungen erkennbar.

Und es gebe noch Einsparpotenzial , stimmte der Architekt Bürgermeister Kraus zu, der forderte, dass die 200 Euro pro Kubikmeter unterschritten werden sollen. Bei der Verkleidung der Sockelbereiche und bei der Außenbeschattung lasse sich durchaus noch sparen.

Josef Hofbauer


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