Nur wer Glück habe, finde einen neuen Arbeitsplatz, gibt Landvolksekretär Adam Bucher zu bedenken: Die meisten bleiben arbeitslos oder ziehen in die Ballungsräume, was nicht selten mit erheblichen Belastungen für die Familien verbunden sei.
In manchen Gegenden wandern über die Hälfte eines Jahrgangs ab, schlägt das Landvolk die Alarmglocke und betont: Wo die Jugend abwandert, geht auch die Zukunft mit. Demographische Studien belegen, dass es bereits in wenigen Jahren in manchen Dörfern kaum noch junge Leute geben werde. Was diesen Trend noch verstärkt, ist ein zunehmend zu erwartender Rückgang an Infrastruktur in den ländlichen Gebieten und dies nicht nur im wirtschaftlichen und sozialen Bereich, sondern auch in der Seelsorge.
Bereits heute könne man voraussehen, dass in naher Zukunft in vielen Dorfkirchen kein Gottesdienst mehr gefeiert werden kann, weil es keine Priester mehr gibt. Die Katholische Landvolkbewegung beschäftigt sich bereits seit den 70-er Jahren mit diesem Problem und hat auch im Rahmen des Bamberger Pastoralgesprächs seine Vorschläge hierzu eingebracht.
In der rapid zunehmenden Mängelliste macht das Landvolk aufmerksam, dass Postdienststellen bereits geschlossen werden sowie Bankfilialen, Arztpraxen, Apotheken und weitere medizinische Dienste folgen werden.
Adam Bucher betont in diesem Zusammenhang: Jammern alleine hilft auch nicht weiter. In Zeiten des Wahlkampfes sei vielleicht sogar die eine oder andere Absichtserklärung von Politikern zu gewinnen. Nach den Wahlen sehe es dann doch anders aus.
Der KLB-Diözesanvorstand kündigt für den Herbst diözesanweit eine Aufklärungskampagne an. Politiker aus dem Kommunalbereich, des Landes, des Bundes und aus Europa sollen die Sorgen und Nöte des Landes nicht nur anhören, sondern mit der Basis nach Auswegen suchen. Den Auftakt dazu will das Landvolk beim Diözesan-Erntedankfest in Marktzeuln starten.
Flagge will die KLB weiterhin in Hollfeld, Bückelberg und Plankenfels zeigen. Das Landvolk plädiert für mehr Selbsthilfe im Geist des großen Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Im Zeitalter der Globalisierung müsse das Subsidiaritätsprinzip aus der katholischen Soziallehre wieder stärker herausgestellt werden und zum Tragen kommen, so Bucher.
Die aus päpstlichen Enzykliken hergeleitete Forderung besagt, „dass die größere Gemeinschaft nur dann tätig werden soll, wenn sich der Einzelne oder die kleinere Gemeinschaft nicht mehr selbst weiterhelfen kann.“
fpo