Die „Zeit des Säens“ ist vorbei

Jugend sprüht vor Einsatz – Jugendzentrum soll bis Herbst fertig sein

Ebermannstadt. Eine Gesamtbilanz ihrer bisherigen anderthalbjährigen Arbeit zog Jugendpflegerin Jutta Laube vor dem Haupt- und Kulturausschuss. Ihr Beschäftigungsverhältnis endet am 31. August. Ab 1. September soll ein(e) Nachfolger(in) die begonnene Arbeit weiter führen.

Das bisherige Wirken der Jugendpflegerin fasste Stadtrat Georg Held als „Zeit des Säens“ zusammen. Dokumentiert durch über 50 Presseartikel verdeutlichte die scheidende Jugendpflegerin ihre Arbeitsschwerpunkte von den Anfängen der Jugendpflege über die Realisierung der Skater-Anlage, Gewalt-Präventions- und Orientierungstage an den Ebermannstadter Schulen und Fortbildungsangebote bis zum allseits gelobten Ferienprogramm.

Dies werde in diesem Jahr, bedingt durch den auslaufenden Anstellungsvertrag, kürzer ausfallen und bereits am 27. August beendet sein, informierte Jutta Laube, die von sich aus keinen Wert auf eine Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses auf Halbtagsbasis gelegt hatte.

Die Aufgabenstellung der halben Stelle bei der Stadt und bei der Kirche hätten sich zeitlich mehrfach überschnitten, so dass sich eine Fortsetzung als nicht zweckmäßig herausgestellt habe, verdeutlichte sie auf FT-Nachfrage. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Realisierung eines Jugendtreffs. Das von Stadtrat Ludwig Walter monierte anfangs mangelhafte Engagement der Jugendlichen führte die Diplom-Sozialpädagogin darauf zurück, dass es keinen Treffpunkt gegeben habe, wo die Jugendlichen auf sie zugehen konnten. „Ich bin Jugendpflegerin und keine Streetworkerin“ machte Jutta Laube deutlich.

Umso mehr Respekt zollten Bürgermeister Franz Josef Kraus und Georg Held ihrem Kollegen, dem Jugendbeauftragten Richard Wiegärtner und auch Jutta Laube für das, was seit der „Ruinenparty“ in Sachen Jugentreff an Eineninitiative seitens der Jugendlcihen geleistet wurde. „Hut ab vor eurer Arbeit“ bekräftigte Stadtrat Josef Wagner.

Rund 600 Stunden inclusive der Pausen, hätten die Jugendlichen bereits in die Renovierung der ehemaligen Pizzeria, die zum Jugendtreff umfunktioniert werden soll, investiert, informierte Daniel Duckwitz, der dem Gremium die Ideen des jüngst gegründeten „Jugendrates Ebermannstadt“ vortrug. Er bekannte sich zu einer „intensiven Kommunikation mit der Stadt“ und stellte eine Mitgliedschaft beim Kreisjugendring (KJR) in Aussicht.

Die Eröffnung des Jugendtreffs, so der Jugendrats-Sprecher, sei für den Beginn des nächsten Schuljahres im Herbst ins Auge gefasst. Bei den wöchentlichen Treffen soll es jeweils einen Hauptverantwortlichen als Ansprechpartner geben. Zudem wollen die Jugendlichen regelmäßige Veranstaltungen, zeigten sich aber auch bereit, eine Hausordnung auszuarbeiten, damit alles in geregelten Bahnen läuft. Auf der Wunschliste des Jugendrates, der sich weitgehend selbst finanzieren will, steht ein eigenes Konto und ein Zaun um die Wiese, damit das Grundstück nicht länger durch „Hinterlassenschaften“ von Hunden verunreinigt und als Bereich für Spiele genutzt werden kann. Der Posten des (der) Jugendpflegers (Jugendpflegerin) sei wichtig, um auch weiterhin eine konkrete Anprechstelle zu haben.

Anhand von Dokumentationsfotos erläuterte Daniel Duckwitz die bisherigen Arbeiten am künftigen Jugendzentrum und verwies auf die Probleme. So halte in der Sandsteinmauer der Küche keine Schraube und sowohl im Dach, als auch in der Decke klaffe jeweils ein Loch. Das Pissoir besteht aus einer Rinne und mache einen heruntergekommenen Eindruck. Ebenso sei zu überlegen, ob nicht der Hintereingang zum Haupteingang umfunktioniert werden kann. Das bedeute Verputzarbeiten und eine neue Türe.

Dringend überprüft werden müsse auch die Wasserleitung des Hauses, denn „jedesmal, wenn jemand den Hahn aufdreht, kommt erst einmal eine braune Brühe“, schilderte der Jugendliche, der den Stadtrat zu einem Besuch auf der Baustelle einlud, die Situation.

„Kannst du da net amoll dei blaua Hosn oziehng“ ermunterte Stadtrat Hubert Herbst schmunzelnd seinen Kollegen Ludwig Walter, beim Jugendtreff mit Hand anzulegen. Wenngleich der Angesprochene bedauerte, dass es ihm „im Kreuz fehlt“, versprach Bürgermeister Franz Josef Kraus: „An uns soll es nicht liegen“ und sicherte den Jugendlichen, die „vor Einsatz sprühen“ fach- und sachkundige Hilfe zu. Dies gilt auch für die Heizung. Hier ist an eine Speicherheizung gedacht, die in Wochenendhäusern zum Einsatz kommt und die sehr schmale und steile Treppe, die nicht den Anforderungen genügt.

Grünes Licht gab das Gremium auch für die Beibehaltung der Stelle eine(s)r Jugendpfleger(s)in. Der Posten soll bis 30. Juni ausgeschrieben und zum 1. September neu besetzt werden. Dies hatte der Haupt- und Kulturausschuss bereits in nicht öffentlicher Sitzung beschlossen.

Josef Hofbauer


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