Eine konkrete Planung gibt es freilich noch nicht, doch die soll, so ein Beschluss des Kreisausschusses am Donnerstagnachmittag, jetzt auf den Weg gebracht werden. Landrat Glauber betonte, dass sich eine solche Einrichtung anböte, denn mit kalkulierten 64 Prozent wäre der Landkreis selber der größte Wärmeabnehmer (für Gymnasium und Realschule). Dranhängen würden sich der Schulverband Ebermannstadt (für die Volksschule) sowie die Stadt Ebermannstadt.
Der Kreischef führte weiter aus, dass es bereits Gespräche mit den heimischen Waldbauern gegeben habe, denn schließlich sollen die Partner aus der Region das Material liefern: „Das ist unser Ziel“. Dass natürlich auch die Umwelt davon in Form geringerer Emissionen profitieren würde, war ein weiterer Hinweis. Michael Gammel aus Abensberg, dessen Ingenieurbüro als planendes Organ ins Auge gefasst ist, machte den Kreisräten eine Realisierung des Vorhabens weiter schmackhaft. „Alle Beteiligten sollen etwas davon haben“, betonte er, und die Landwirte „sollen nicht nur ihr Holz abliefern, sondern in der Gesellschaft mit dabei sein“. Denen müsse man eine gesicherte Abnahme garantieren und mit einer Vertragslaufzeit von 20 Jahren wäre das ja auch der Fall.
Für das Projekt in Ebermannstadt ist eine Anlage geplant, die 4240 Megawattstunden Energie liefern könnte. Dafür wären rund 1000 Tonnen Hackschnitzel erforderlich. Natürlich kam der Vergleich zu den fossilen Brennstoffen aufs Tapet. Hackschnitzel und Biomasse, so der Planer, seien im Angesicht steigender Ölpreise viel besser kalkulierbar.
Aus der Runde kam durchweg Zustimmung, wenngleich doch um das eine oder andere Detail ein wenig gerungen wurde. So erläuterte Heribert Lipski (CSU), dass der Landkreis sich zu einer „gewissen Bereitschaft“ durchgerungen habe, etwas für die Waldbauern zu tun. Kein Problem, antwortete Gammel, „die Brennstofflogistik soll komplett über die Waldbauern gehen“. Die CSU-Fraktion, so Lipski, ist durchaus für das Projekt und stimme der Beschlussempfehlung zu.
Nicht ganz so schnell signalisierte Dr. Angelika Limmer von der SPD Zustimmung. Beim Bezug der Hackschnitzel monierte sie den Aufteilungsschlüssel zwischen heimischen Waldholzhackschnitzeln und sog. „Billigmachern“ (Heckenschnitte oder Sägewerksabfälle). Hier müsse mindestens ein Verhältnis von 50:50 garantiert werden („unterste Latte“), besser wäre ein 70:30. Da gebe es aber Probleme mit der Bezuschussung seitens des Landwirtschaftsministeriums, warf Gammel ein.
Uneingeschränkte Zustimmung gab es von Seiten der Grünen. Fraktionssprecher Walter Roth betonte, dass man es gut finde und das Vorhaben unterstütze. Er schlug darüber hinaus vor, auch das Thema Strom mit in dieses Boot zu nehmen. Der ließe sich sich mit einer solchen Anlage auch erzeugen. Dem schob Gammel aber einen Riegel vor. Dazu bräuchte es eine größere Anlage, für die in Ebermannstadt angedachte wäre das nicht wirtschaftlich. Eine Kraft-Wärme-Kopplung sei zu teuer.
Klärungsbedarf gab es letztlich noch für den Passus im Beschlussvorschlag, der da lautete: „Die Gesamtkosten für den Bezug von Wärmenergie dürfen maximal fünf bis zehn Prozent über den bei Vetragsabschluss aktuellen Heizölkosten des Landkreises liegen“. Auf Nachfrage von Peter Helldörfer (CSU) erläuterte Gammel, dass dies im Jahr etwa zehn bis 20 000 Euro seien. Dr. Limmer verlangte eine Limitierung von fünf Prozent, ebenso Wilhelm Schmitt von der CSU. Johann Deuerlein (Freie Wähler) wollte hingegen „nicht feilschen“, auch nicht Walter Roth: „Man sollte die Daumenschrauben nicht zu eng anziehen“.
Das Gremium tat es letztlich nicht und folgte der Beschlussvorlage der Verwaltung einstimmig. Das Projekt kann in die konkrete Planung gehen, mit der Maßgabe, dass die Kosten keinesfalls zehn Prozent höher liegen dürfen als bei der herkömmlichen Heizung. Sonst ist es gestorben.
Mü