Schmerzhafte Erinnerungen

Ausstellung über KZ Hersbruck und das Doggerwerk

Ebermannstadt. Im Heimatmuseum ist die Sonderausstellung „Das Konzentrationslager Hersbruck und das Doggerwerk“ zu sehen. Diese riesige unterirdische Anlage zum Bau von Flugzeugmotoren sollten KZ-Häftlinge ab Frühjahr 1944 in der Nähe von Hersbruck im Doggersandstein der „Houbirg“ für die Firma BMW errichten.

Dem Museumsbeirat ist es durchaus bewusst, dass nach der sehr erfolgreichen Ausstellung über die Freizeitaktivitäten diesmal sicher nicht die breite Masse angesprochen werden kann. Aber Bürgermeister Franz Josef Kraus hat in seiner Eröffnungsrede darauf hingewiesen, „dass diese Vorgänge und Bilder immer wieder ins Zentrum gesellschaftlicher Wahrnehmung gerückt werden müssen. Sich solchem Gedenken zu stellen, ist anstrengend und schmerzhaft. Aber es ist notwendig. Wir sind es den Opfern und ihren Angehörigen schuldig“.

Dr. Manfred Franze, Koordinator des Museumsbeirats, erinnerte daran, dass es vor allem jungen Leuten zu verdanken sei, dass die Existenz dieses Konzentrationslagers nicht in Vergessenheit geraten sei. Die Facharbeit des Gymnasiasten Gerd Vanselow habe zu einer intensivenDiskussion in Hersbruck um diesen Teil der Stadtgeschichte geführt.

Zu den Ergebnissen gehörten eine Reihe von Gedenksteinen, die an die Opfer erinnern, vor allem aber eine Dokumentationsstätte, die sich mit der Aufarbeitung dieser Vorgänge befasse.

Pottenstein drückt sich

Franze fuhr fort: „Während sich Hersbruck seiner Vergangenheit stellt, drückt sich Pottenstein noch heute mehr als kläglich um seine Verantwortung. Auch hier hatten Jugendliche 1985 in einem Seminar der DGB-Jugend auf die Existenz eines Flossenbürger Außenlagers hingewiesen. Seitdem läuft eine erbitterte und hitzige Diskussion um dieses unerwünschte Erbe.“

Franze und Peter Kriegl, Initiator der Ausstellung und Museumsbeirat, haben gemeinsam auf zwei ergänzenden Schautafeln die Geschichte dieses Lagers in Anlehnung an das Buch Peter Engelbrechts skizziert, um so auch den regionalen Bezug zum KZ Flossenbürg herzustellen.

Gründlich aufarbeiten

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung entspann sich eine intensive Diskussion über die Art der kommunalen Auseinandersetzung mit solchem Erbe. Dabei wurde allgemein die Ansicht vertreten, dass nur eine gründliche und vor allem sachliche Aufarbeitung rechtsextremem Gedankengut den Boden entziehen könne. Mit der Vorführung des Videofilms über das KZ Hersbruck endete der offizielle Teil.

Die Ausstellung ist bis 16. November an jedem Sonntag von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen und Schulklassen bietet das Museum Sonderöffnungszeiten unter Tel. 09194/1571 (Herr Hostalka) an.

Weitere Informationen über die Homepage des Dokuzentrums Hersbruck www.KZ-hersbruck-info.de oder unter www.heimatmuseum.ebermannstadt.de unter Aktuelles.


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