"Aus Erfahrung wird man klug“

Aktion „Hallo Auto!“ – Schüler/innen lernten mit den Augen der Autofahrer zu sehen

Ebermannstadt. Ein Kind läuft auf die Straße, wird von einem Auto erfasst und bleibt verletzt liegen: Der Albtraum aller Eltern ist bittere Wirklichkeit geworden. Damit dieser Fall immer seltener eintritt, ist der ADAC mit seinem unkonventionellen Verkehrsunterricht „Hallo Auto!“ unterwegs an den Schulen. Gestern machte das Team Station in Ebermannstadt.

Im Schuljahr 2000/2001 war das Interesse an diesem Verkehrs-Sicherheitsprogramm für Zehn- und Elfährige riesengroß: 491 Klassen mit 10 831 Schülern machten sich an 185 Schulstandorten fit für den Verkehrsalltag. Heuer war das Team des ADAC Nordbayern mit drei Autos zu Gast bei 630 Klassen. 15 500 Schüler/innen nahmen an dem ausschließlich an der Praxis orientierten Verkehrsunterricht teil, der inzwischen mit Unterstützung der Michelin Reifenwerke und der Opel AG auch bundesweit durchgeführt wird.

Lehrer und Kinder sind begeistert und geben Bestnoten. Das bestätigt auch Susanne Hofmann von der Realschule Ebermannstadt. Sie freut sich, dass dieses Programm für die Schulen dank des finanzielle Engagements des Bayerischen Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes und der Unfallkasse München kostenlos angeboten wird. Verkehrserzieherin Susanne Hofmann, zeichnete übrigens für die Organisation der Veranstaltung auf dem Busbahnhof Ebermannstadt verantwortlich.

Die Klassen 5c, d und e mit den Klassleitern Helmut Weininger, Sandra Meier und Angelika Kessler sowie Polizei-Hauptkommissar Werner Götz von der Polizei Ebermannstadt führten praktischen Anschauungsunterricht durch und brachten den Kindern physikalische Gesetzmäßigkeiten anschaulich nahe. Heute sind die anderen beiden Klassen der insgesamt 139 Neuen an der Realschule Ebermannstadt an der Reihe.

Ausgangspunkt der Aktion, die sich ausschließlich an Fünftklässler richtet, war die Tatsache, dass Kinder die Risiken, die das Auto zwangsläufig in sich birgt, nur unzureichend einschätzen können. Getreu dem Spruch „Aus Erfahrung wird man klug“ wirkten die ADAC Mediatoren Dagmar Mayer und Sina Oelze bewusst auf die individuelle Erlebniswelt der Kinder ein.

Zu Beginn von „Hallo Auto!" fingen die Schüler zunächst bei sich selbst an: Sie stoppten aus vollem Lauf und mussten erkennen, dass sie nicht sofort stehen bleiben konnten. Noch länger dauerte es, wenn die Kinder auf ein Zeichen hin sofort anhalten sollten.

„Daraus wird dann gemeinsam die Lehrformel: Reaktionsweg plus Bremsweg ist gleich Anhalteweg erarbeitet, die sich fortan wie ein roter Faden durch die weiteren Übungen zieht“, erklärt Daniela Aigenstuhler vom ADAC, die diese Aktion federführend begleitet.

Diese Regel galt es dann, auf das Auto zu übertragen. Dazu stellten die Kinder mit ihrem Namen gekennzeichnete Kegel an eine Stelle, an der sie das Anhalten eines sich nähernden Fahrzeugs erwarteten. Als Ergebnis ihres vorangegangenen Selbstversuchs unterschätzten sie im ersten Anlauf den Anhalteweg gewaltig. Auf Nachfrage, was passiert wäre, wenn sie an Stelle des Pylonen selbst auf der Straße gestanden wären, kam nicht selten die - leider zutreffende - Antwort: „Dann wäre ich tot!“

Um den Schüler/innen auch die Sichtweise des Fahrers deutlich zu machen, duften sich die Buben und Mädchen danach angegurtet auf den Beifahrersitz setzen und auf ein Flaggensignal hin mit einem Zweitpedal selbst bremsen. Ein eindrucksvolles Erlebnis mit der zusätzlichen Einsicht, dass Anschnallen im Auto eine wichtige Sicherung ist.

Parallel dazu erläuterte Busfahrer Helmut Wolf einer anderen Gruppe den „toten Winkel“ und gab Tipps zum richtigen Verhalten an der Bushaltestelle. An der Schule wurden die Klassen von Lehrerin Nathalie Minner in Erster Hilfe unterrichtet.

JH


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