Die Seele zu erfassen versucht

Bergmann, Gärtner und Tille lassen im Krankenhaus Bilder „sprechen“

EBERMANNSTADT. „Augenblicke der Kunst“ titelt die neue Bilderausstellung in der Klinik Fränkische Schweiz, die bis 5. Oktober zu sehen ist. Die ausdruckskräftigen Fantasien von Sigrid Bergmann, vielseitige Landschaftsmotive von Martin Gärtner und die wirklichkeitsgetreuen Porträts von Paul Tille verdienen mehr als einen Augenblick Beachtung.

„Kunst soll nicht nachahmen, sondern den Geist, die Seele erfassen und ausdrücken“, lautet das gemeinsame Bekenntnis der Maler zur eigenen Ausdrucksweise. Die Geschwister Helena Lang und Anna-Lena Hofmann aus Neuses unterstrichen mit „handgemachter“ Musik und schönen Liedern von Farben und Licht das Empfinden des eigenen Stils.

Von den Künstlern bedankte sich Sigrid Bergmann bei Dr. Hans Gofferje für die herzliche Begrüßung. „Malerei ist für mich ein Spaziergang der Seele“, sagt Sigrid Bergmann. Ein Blick auf ihre Bilder beweist das ursprüngliche Kunstempfinden und die starke Ausdruckskraft ihrer Aquarelle. Die Forchheimerin bevorzugt weiche und warme Farben. Sie experimentiert und lebt dabei Fantasien aus. Die Ergebnisse zeugen von Lebensfreude, und einer positiven Einstellung zu Mensch und Natur. Vielseitig wie sein langes Leben und handwerkliches Geschick sind bei dem Pretzfelder Martin Gärtner auch die malerischen Ausdrucksformen. Was mit Worten nicht geht, spiegeln seine Motive von Naturstimmungen aus der Bergwelt und die mit ebenso kraftvoller Hand erzeugten fränkischen Landschaften wieder.

Aus der Freude am Dasein schöpft der einstige Dekorateur Paul Tille seine Kraft. Zu sehen sinde unter anderem die Porträts der Monroe, von James Dean, Thomas Gottschalk oder das eigene Konterfei. Mit den Verfremdungen der so genannten „Moderne“ hat Tille nichts am Hut. Sein Pinselstrich ist wirklichkeitsgetreu, lebensnäher als jede Fotografie.

Mao


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