„Donnerbüchsen“ unter Dampf gesetzt

2500 Gäste beim Eisenbahnfest der Dampfbahn Fränkische Schweiz – Alles Ehrenamtliche

Minieisenbahn

Historische Fahrräder

EBERMANNSTADT. Seit 20 Jahren zuckeln die Museumsbahner der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) mit Dampflokomotiven und den angehängten „Donnerbüchsen“ durch das Wiesenttal. Am Eisenbahnfest am Sonntag zählte Pressesprecher Stephan Schäff heuer 2500 Fahrgäste.

Mit 5000 Fahrgästen hat es im ersten Betriebsjahr 1983 angefangen. Inzwischen genießen jährlich 25.000 das Nostalgie- und Naturerlebnis. Längst hat sich die Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS) zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt. Alles was in den 20 Jahren geschaffen wurde, beruht auf ehrenamtlicher Basis: Zwölf Dampflokführer stehen abwechselnd im Führerstand der ELNA 6 oder dem zweiten Schmuckstück des Vereins, der Lok aus der Baureihe 64, die auch liebevoll als „Bubikopf“ bezeichnet bezeichnet wird. Weitere acht Lokführer, davon einige noch aktiv im Beruf, stellen auf den historischen Dieseltrieb-Fahrzeugen ihren Mann. Bei dem Gewusel von Fotografen und allzu Neugierigen auf Bahnsteigen und Geleisen oft nicht einfach, gibt es bis heute keinen Unfall mit Personenschaden.

Um den Betrieb der Museumsbahn aufrecht zu halten, braucht es aber noch viele andere dienstbare Geister unter den mittlerweile 420 Vereinsmitgliedern. So konnte DFS-Vorsitzender Siegfried Fuchs zum Eisenbahnfest im Betriebshof einen in 10 000 Stunden renovierten Packwagen aus dem Baujahr 1907 vorstellen. Dabei können die Vereinshandwerker nicht alles selbst machen; Firmen aus der Region, wie die Aufseßer „Hausschreinerei“ Penning & Simper stellten den Holzaufbau und die neue Bankausstattung her.

Wie aus dem Ei gepellt ist auch der zweite Neuzugang, ein im Krieg bis Kiew gerollter Behelfs-Speisewagen. Der wurde im ABS-Fahrzeugbau Suhl mit Hilfe einer ABM-Maßnahme aufgerichtet, die Dr. Herbert Hahn in die Wege geleitet hat. Der einstige Lebensmittelchemiker an der Universität Erlangen packt aber auch selbst mit an: Die Eisenbahn ist halt sein Hobby.

Der Gute Geist in der Küche oder im Buffetwagen bei Sonderfahrten ist Gerdi Fuchs. In unzähligen Freizeitstunden sorgt sie in Zusammenarbeit mit der lokalen Gastronomie für das leibliche Wohl der Fahrgäste. Rollt der Zug an Gasseldorf vorbei, dann kommen Lahners Wienerle samt ihrer Geschichte auf den Tisch, in Streitberg ein kleiner Bitter oder andere „Geister“ aus der Brennerei. Selbst Zehnjährige sind beim Souvenir-Verkauf schon als richtige Eisenbahner dabei. Gut in das Bild aus vergangenen Epochen passten am Bahnsteig die alten Fahrräder. Angefangen von dem Nachbau einer Drais-Laufmaschine über Hochräder, vollgummibereiften Sicherheitsräder aus dem Baujahr 1888, wie sie ein Klub aus Muthmannsreuth vorzeigte, war alles dabei. Auch ein Sesselrad Baujahr 1922, mit der Eigenheit eines ovalen Kettenblatts, durften die Museumsbahner in ihren Gepäckwagen zur Fahrt nach Behringersmühle einladen.

Als Pendant zu den historischen Schienenfahrzeugen hielt zum Eisenbahnfest der Kinderlandzug der Bayerischen Oberlandbahn, ein moderner Integral-Triebwagen im neu gestalteten Bahnhofsbereich und startete zu einer Sonderfahrt nach Behringersmühle.

Vor dem Bahnhof drehte die Bayreuther Gartenbahn ihre Runden. Ein Modellbahnmarkt, Infostände und Eisenbahnvideos rundeten die Veranstaltung ab.

mao


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