Heimat heißt, etwas dafür tun

Drei Gemeinden beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet

Verleihung der Urkunde

GASSELDORF. Die Sieger des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden“ im Landkreis Forchheim heißen heuer Gasseldorf (Stadt Ebermannstadt), Kappel (Gemeinde Hiltpoltstein) und Leutenbach. Die Siegerehrung, musikalisch umrahmt von der Gasseldorfer Blaskapelle, fand im herrlich gestalteten Gemeindehaus in Gasseldorf statt.

Hinter Gasseldorf, das als Kreissieger nun am Bezirksentscheid teilnimmt, ist auch Leutenbach in der Kategorie B für den Bezirksentscheid qualifiziert.

Die Ziele des Wettbewerbs sind seit Jahren klar, verdeutlichte Vizelandrat Gregor Schmitt beim Ehrungsabend. Weiterentwicklung und Sicherung der dörflichen Struktur und der historischen Bauten in Einklang mit Natur und Umwelt und der Erhalt der Kulturlandschaft sollen gemeinsam mit den Dorfbewohnern umgesetzt werden. Dies alles sei vor dem Hintergrund der Zielsezung der „Agenda 21“ zu sehen. So gehe es auch um den nachhaltigen und schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Schmitt bedauerte allerdings, dass sich letztes Jahr an dem Wettbewerb, auch unter der Prämisse „unser Dorf hat Zukunft“, nur zehn Orte im Landkreis beteiligten. Dies soll 2005 – den Wettbewerb gibt es nur alle zwei Jahre – besser werden, denn man könne nur gewinnen, forderte Schmitt zum Mitmachen auf.

„Heimat ist, wenn man jeden Tag etwas für seine Heimat tut“, sagte Schmitt. Von der Kreisbäuerin Rosi Kraus bis hin zu Kreisbaumeister Walter Neuner gehörten dem Preisrichterteam Personen mit Sachverstand an die Bau- und Grüngestaltung wie Entwicklung ebenso zu bewerten hatten, wie das soziale und kulturelle Leben im Dorf, die wirtschaftlichen Initiativen und das Dorf als solches in der Landschaft.

Kreativ waren die Gasseldorfer schon immer. Wurde doch von einem Gasseldorfer vor rund 200 Jahren die Rezeptur der Wiener-Würstchen erfunden, erinnerte der Ebermannstadter Bürgermeister Franz Josef Kraus. Er betonte, dass die Gasseldorfer zu recht stolz sein könnten die Siegerplakette entgegennehmen zu können.

Motor und Initiator der Dorferneuerung war Simon Weidinger. Stadtrat Günther Brütting habe sie zu Ende gebracht. So sei in Gasseldorf in den letzten Jahren „Großartiges“ geleistet worden, lobte Kraus die gesamte Dorfgemeinschaft. Sein Dank galt auch der Direktion für Ländliche Entwicklung (DLE), denn in Gasseldorf wurden rund 2,7 Millionen Euro investiert von denen Ebermannstadt nur ein Drittel bezahlen musste.

Nicht nur durch die Gemeinschaftswerke „Gemeindehaus“, „Sportheim“ und „Maschinenhalle“ sei Gasseldorf eine „quicklebendige Gemeinschaft“, sondern auch durch die Kirchweih, das Weinfest, die Kabarettabende bis hin zur Nikolausfeier, sagte Kraus. Den zweiten Preis für Kappel nahm stellvertretend der Hiltpoltsteiner Bürgermeister Johann Deuerlein entgegen.

Für Leutenbach war zweiter Bürgermeister Oswald Pieger nach Gasseldorf gekommen, um die kunstvoll gestaltete Ehrungstafel des Künstlers Erich Müller entgegenzunehmen. Einen recht humorvollen Diavortrag zur Dorfentwicklung und Gartengestaltung gab Martin Herbst von der Regierung von Oberfranken zum Besten.

tw


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