Das führte Chefarzt Dr. Georg Obenauf bei einer Veranstaltung der Fördergesellschaft Klinik Fränkische Schweiz aus. Geschäftsführer Thilo Penzhorn veranschaulichte bei der Versammlung, dass allein aufgrund der 2002 behandelten Schlaganfallpatienten in der Klinik rund 30 Plätze in dieser Einrichtung hätten belegt werden können.
Es soll auch ein Angebot der Kurzzeit- und Tagespflege in der Einrichtung geschaffen werden (der FT hat über die Pläne schon berichtet). Penzhorn sieht in dieser Aktivität einen „medizinisch sehr wichtigen Schritt für die Klinik und die Region Ebermannstadt”.
Obenauf verdeutlichte im Festsaal der Klinik, dass der Schlaganfall bundesweit als dritthäufigste Todesursache durchaus als Volkskrankeit bezeichnet werden könne. Frühzeitige Diagnostik mit eventuellem operativen Eingriff und frühzeitiger Rehabilitation seien sehr wichtige Kriterien, um diese heimtückische Erkrankung wirkungsvoll lindern zu können.
Während in Ballungsräumen Schlaganfall-Spezialeinheiten (Stroke Units) vorgehalten werden, sei die Versorgung im ländlichen Raum, speziell auch in der Umgebung von Ebermannstadt, eher unterentwickelt.
Mit dem so genannten „Ebermannstädter Schlaganfallmodell” werden die Vorteile einer Acute Stroke Unit mit denen einer frührehabilitativen Stroke Unit, die in Skandinavien sehr erfolgreich arbeiten, verbunden. Und zwar mittels Telemedizin (Bildübertragung per Bildschirm, Teleradiologe etc.) und einem neurologischen Standby. Mit niedergelassenen Fachärzten wird an der Klinik Fränkische Schweiz ein wichtiger Beitrag für die wirkungsvolle Versorgung des Schlaganfalls eingerichtet, betonte der Chefarzt.
Die Infrastruktur und die baulichen Voraussetzungen werden als so genannte Zwischenintensiv-Station mit sämtlichen Überwachungsmöglichkeiten und entsprechend qualifizierten ärztlichen und pflegerischem Personal im Herbst dieses Jahres eröffnet.
Gemeinsam mit Geschäftsführer Thilo Penzhorn unterstrich Obenauf die Bedeutung einer professionellen, qualitativ hochwertigen Langzeitnachsorge. Diese sei aber in der Region rund um Ebermannstadt als Mangelware zu bezeichnen.
„Bei stark beeinträchtigten Patienten oder auch verwirrten Patienten, wie zum Beispiel Alzheimer-Demenz, gibt es oft nur die Wahl, die Patienten in weit entfernte Pflegeeinrichtungen anderer Regionen zu vermitteln. Für die Angehörigen und natürlich für die Patienten selbst ist dies oft mit großen zusätzlichen Belastungen und Wegzeiten verbunden“, machten die Verantwortlichen der Fränkische-Schweiz-Klinik vor dem Förderverein deutlich.
Franz Och