Zur Fülle seines Lebens gehören auch viele gute Freunde. Die feierten mit Dr. Boß auf Burg Feuerstein Gottesdienst und eine frohe Mahl-Gemeinschaft.
Am Geburtstag selbst (7. Januar) besuchten ihn in Ebermannstadt u.a. Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Generalvikar Alois Albrecht – wie er mit Erfahrungen in der Jugendarbeit auf dem Feuerstein – , Bürgermeister Franz Josef Kraus, Vize-Landrat Gregor Schmitt und der Vizepräsident von Mittelfranken und persönliche Freund Alfred Richter. Konnte man hier noch vom Danksagen von offizieller Stelle ausgehen, vor allem was die Aufgabe des Jubilars als Ökumenereferent der Diözese seit 1981 betrifft, stand am Samstagabend das Wiedersehen mit Wegbegleitern und Freunden im Vordergrund. 160 waren gekommen, aus ganz Deutschland und den USA, aber auch Angehörige aus der Familie.
Den Gottesdienst zelebrierte zusammen mit Dr. Boß Monsig. Heinrich Benno Schäffler, mit dem der Prälat seit der Studienzeit in München freundschaftlich verbunden ist. Eindrucksvoll war die gesangliche Gestaltung durch den Hamberger Chor aus Rosenheim, der aus einem Jugendchor hervorgegangen ist, als Gerhard Boß in Bayreuth Kaplan war..
Die Predigt stellte Heinrich Schäffler unter das Leitwort „Die Fülle des Lebens“. Er erinnerte an die Zeit des Dritten Reiches, als katholische Jugendarbeit verboten war. Hier wurde Gerhard Boß mit Texten von Prälat Ludwig Wolker bekannt, der junge Menschen zu begeistern wußte, und er lernte: Christus will für uns die Fülle des Lebens, nur keine Engstirnigkeit und Kleinkariertheit. Dies sei zum Maßstab für Gerhard Boß geworden, mit dem er seine Um- und Mitwelt, auch die eigene Kirche kritisch beurteilen lernte.
Prägend seien auch die philosophischen und theologischen Lehrer in München gewesen. Sie hätten beide, Schäffler und Boß, zu einer Theologie angeleitet, die sich auf das Gespräch mit Theologen anderer Kirchen einlässt, mit den Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und der Kunst der Zeit. Der Mut zum Dialog sei dann vom Zweiten Vatikanischen Konzil bestätigt, gefordert und gefördert worden.
Aus der Kriegsversehrtheit mit zwei Prothesen habe der Jubilar gelernt, dass im Verlust auch Chancen liegen. „Werden die äußeren Wege reduziert, können die inneren Wege an Bedeutung gewinnen“.
Der Prediger sprach auch zwei Merkmale des geistig jung gebliebenen 80-Jährigen an: Bescheidenheit und Offenheit gehörten bei ihm wie zwei Pole zusammen; „Offenheit ohne Bescheidenheit macht oberflächlich, Bescheidenheit ohne Offenheit macht eng und steril“.
Herzlich verlief nach dem gemeinsamen Essen die „festliche Stunde der Erinnerung“. Jedem Redner war fünf Minuten Zeit gegeben, und jeder sprach für eine Epoche: Pfadfinder, Christophorus-Studentenverbindung, Bund der Katholischen Unternehmer, der Michaelsbund Bayern mit dem „Chef der Bücher“, Dr. Erich Jooß, um nur einige zu nennen.
mw