
ESCHLIPP. Das 70-Seelen-Dorf Eschlipp auf der Langen Meile – zwischen Ebermannstadt und Drügendorf gelegen – feiert am Dreifaltigkeitssonntag, 15. Juni, Kirchweih. Das Fest gilt der Dorfkapelle am Ortsausgang Richtung Drügendorf.
Das kleine Gotteshaus wurde 1885 von der Landwirtsfamilie Georg Sponsel auf eigenem Grund errichtet und der Mutter Gottes geweiht.
Das Kirchweihfest 2003 markiert den Abschluss einer fast zweijährigen Sanierungs- und Renovierungsarbeit am Kirchlein. Im einem Festgottesdienst wird der Drügendorfer Pfarrer Siegfried Schrauder um 9.30 Uhr die Bedeutung der Marienkirche von Eschlipp herausstellen. Die Niedermirsberger Musikanten werden den Jubelgottesdienst rahmen. Das Dorfwirtshaus erwartet anschließend viele Gäste zum weltlichen Kirchweihtreiben. Die kleine Kirche litt stark unter feuchtem Mauerwerk. Zwecks der Trockenlegung musste eine Drainage verlegt werden. Ersetzt wurde auch die Dachrinne; eine neue Eingangstüre war nötig.
Der Außenputz mußte erneuert werden. Das Kirchlein mit Sakristei erstrahlt in neuer frischer Farbe. Zudem wurde eine kleine Orgel angeschafft.
Die Arbeiten wurde von heimischen Firmen liebevoll geleistet: von Malermeister Otto Wohlhöfner, Schlaifhausen; Schreinermeister Lange, Ebermannstadt und Flaschnerei Marschel, Unterleinleiter. Die Dorfbewohner selbst haben 364 Stunden kostenloser Hand- und Spanndienste geleistet.
Die Gesamtkosten der Erneuerung betragen 23.389 Euro. Die Erzdiözese Bamberg gab dazu 4.613 Euro (20 Prozent), die Stadt Ebermannstadt 1153 Euro und vom Landesamt für Denkmalpflege werden 4.000 Euro erwartet. Die Denkmalschützer brachten auch ihren fachlichen Rat ein. Der Kapellenverein brachte 8.000 Euro Eigenmittel auf. Spenden gaben auch die Sparkasse Forchheim und die Firma Reichold, Drügendorf.
Die Marienkapelle hat Platz für 70 Kirchenbesucher. Ein Turm fehlt. An der Stirnseite des Bauwerkes ragt nur ein kleines Steinkreuz. Vier junge Lindenbäumchen bieten dem einsam stehenden Gotteshaus Spalier. Über lange Jahrzehnte war die Marienkapelle wohl im Dienst der Dorfgemeinschaft, jedoch im Privateigentum. Auf Initiative des damaligen Pfarrers Christian Pauldrach, Drügendorf, wurde 1981 ein eingetragener Verein Eigentümer und Träger des sakralen Bauwerks. Jede Familie ist als Mitglied beigetreten.
Früher wurde in der Kapelle auch das Totengebet für Verstorbene aus der Dorfgemeinschaft gesprochen. Heute finden in der Sommerzeit - von Mai bis Oktober - monatlich Sonntagsgottesdienste statt. Auf Wunsch werden auch die Kinder im Dorf getauft.
fpo