Die Jugendlichen hätten dafür auch schon eine enorme Anzahl an freiwilligen Arbeitsstunden „angesammelt“, erklärt Jugendpflegerin Milena Bucefari. Mehrmals in der Woche treffen sich die Schüler und Azubis in der ehemaligen Pizzeria an der B 470, um an ihrem Traum zu arbeiten: einem eigenen Treffpunk mit Kicker, Küche, Seminarraum und Partyraum auf insgesamt ca. 85 Quadratmetern.
Sie streichen, tapezieren, verkleiden Wände oder bereiten den Untergrund für neue Böden vor. Fenster müssen ausgebessert, Decken eingezogen werden. „Eigentlich wären wir schon viel weiter“, erklärt ein Jugendlicher dem Bürgermeister im größten der vier Räume des Hauses, „aber mit dem Loch im Boden dauert es wohl doch noch etwas.“ In einem Zimmer ist der gesamte Boden herausgerissen, ein tiefes Loch in der Mitte. Mit den fallenden Temperaturen im Herbst hat sich der Boden mit Feuchtigkeit voll gesaugt, musste jetzt, nachdem das Zimmer schon tapeziert und fast fertig war, komplett herausgerissen werden.
Mit Hilfe der Stadtwerke wird nun ein neuer Betonboden angelegt. „Eigentlich wollten wir an Silvester schon die erste Party hier feiern, daraus wird jetzt nichts,“ erzählt der Junge mit der farbverschmierten Arbeitskleidung weiter. Die Eröffnung des Treffs wird sich wohl noch bis ins Frühjahr hinziehen.
Mit großem Eifer und Fleiß sind die Jugendlichen bei der Sache, doch ohne den Zusammenhalt in der Gruppe wäre solch eine Leistung nicht zu bringen. Der harte Kern besteht aus 15 bis 20 jungen Leuten; insgesamt sind es aber mehr als 50 Jugendliche, die sich an den sinnvollen und wichtigen Arbeiten beteiligen.
Für Kraus ist das Projekt sehr wichtig. Deshalb ist er auch ständig auf der Suche nach Zuschüssen und Spenden. Er konnte vor kurzem einer Nürnberger Gasfirma die stolze Summe von 3.000,00 € entlocken. Die Spendengelder machen bei dem mit ca. 14.000,00 Euro im Etat veranschlagten Projekt einen wichtigen Teil aus, denn auch wenn die Arbeitszeit nicht bezahlt werden muss, lassen die Ausgaben für Materialien die Kosten schnell wachsen.
Bei der Elektroinstallation zeigten sich die Stadtwerke besonders großzügig. Auf 3.500,00 € beläuft sich inzwischen die Summe, die der Energieversorger durch Arbeitszeit und Material springen ließ. Auch bei der Installation der Elektroheizung würden die Stadtwerke wieder mithelfen, meint Stadtrat und Jugendbeauftragter Richard Wiegärtner, und deutet auf große Pakete. Er hat schon oft bei den Bauarbeiten mitgeholfen und versteht sich mit den Jugendlichen „per Du“. Durch ihn und Jugendpflegerin Bucefari ist eine gute Kommunikation zwischen Rathaus und Jugendlichen gewährleistet.
Die Verständigung unter den Helfern läuft über eine E-Mail-Liste. Aktuelle Neuigkeiten werden hier bekannt gegeben, wie auch die Termine für die Arbeiten am Haus. Unter www.jugendtreff.ebermannstadt.de kann man sich gerne informieren – und auch mithelfen.
Christian Horn