Bürgermeister Franz Josef Kraus wandte sich dagegen, die Neutrassierung der Forchheimer Südumgehung im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens abzuwickeln. Dadurch seien die Einspruchsmöglicheiten drastisch herabgesetzt. Wenn schon, dann müsse ein ordentliches Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden.
Dabei müsse unbedingt die spezielle Verkehrssituation von Ebermannstadt berücksichtigt werden. Angesichts einer Verkehrsbelastung von 16 000 Fahrzeugen pro Tag – der Forchheimer Ortsteil Burk fordert die Umgehung, weil die dort gemessenen 12 000 Fahrzeuge eine unerträgliche Belastung darstellten – sei es höchste Zeit, zumindest über Lösungsmöglichkeiten zu spekulieren. In diesem Zusammenhang erinnerte er an einen Stadtratsbeschluss vom 17. Juni 1991, in dem festgestellt wurde, dass Ebermannstadt durch eine Forchheimer Südumgehung keine Nachteile entstehen dürfen, dass die Bahntrasse erhalten bleiben muss und dass sicher gestellt werden soll, dass der Verkehr nicht zunimmt. Dies gilt besonders für den Schwerlastverkehr, der so weit wie möglich aus der Fränkischen Schweiz verbannt werden soll. Darin seien sich die Bürgermeister der Fremdenverkehrsgemeinden Ebermanstadt, Gößweinstein und Pottenstein einig, so Kraus. Zudem würde dies zu einer Aufwertung des Naturparks Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst führen begründete der Bürgermeister die Forderung nach einem (Nacht)Fahrverbot für Brummis auf der Bundesstraße.
CSU Fraktionschef Hubert Herbst bemängelte die Forchheimer „Salamitaktik“, die Bayreuther Straße so weit zurückzubauen, dass die Ostspange der Südumgehung unausweichlich wird. Schon jetzt hemmten 15 Ampeln den Verkehrsfluss auf der Bayreuther Straße. Als Ebermannstadter Minimalforderung formilierte er: „Die Südumgehung muss als Ganzes gesehen werden. In einem ordentlichen Planfeststellungverfahren müssen auch die Ebermannstadter Interessen gewürdigt werden.
Angesichtes einer zu erwartenden weiteren Zunahme der Verkehrsbelastung forderte Herbst „Visionen zu entwickeln“ und brachte eine frühere Planung der Verwaltung in Erinnerung die eine völlig neue Trasse der Bundesstraße 470 vorsieht. Die großräumige Umgehung könnte über Pretzfeld, am Kirschenfest vorbei und weiter über Wohlmuthshüll, Moggast und Leutzdorf, an Gößweinstein vorbei führen, Pottenstein umgehen und bei Bronn in die Bundesstraße 2 münden, skizzierte Herbst den Straßenverlauf.
Klaus Neuner griff ebenfalls in die Kiste der ad acta gelegten Planungen und brachte einmal mehr eine Untertunnelung von Ebermannstadt ins Gespräch. Diese Variante sei landschaftsschonender und flächensparender. Seine Idee: bei Rüssenbach in einen Tunnel einzufahren, der beim Bahnhof Gasseldorf wieder in die B 470 mündet. Nach heutigem technischen Standard seien solche Lösungen durchaus machbar und finanzierbar.
Georg Held (SPD) unterstrich die Forderung nach einem Planfeststellungsverfahren für die B 470 und einem Gesamtkonzept ebenso, wie Vizebürgermeister Alfons Dorn (Wählergemeinschaft Gasseldorf/Oberland) und Wolfgang Minderlein (Freie Wähler). Mit Nachdruck plädierte Held dafür, die B 470 für den Schwerlastverkehr zu sperren. „Die Brummis gehören auf die Autobahn“, forderte er.
Zu „Gedankenspielen“ ermunterte Bürgermeister Franz Josef Kraus, denn: „Wir dürfen den Verkehr nicht einfach so auf uns zurollen lassen“. So beschloss das Gremium, einen Antrag zu stellen, wonach die B 470 für den Güterfernverkehr gesperrt wird. Ebenso sprach sich das Gremium für einen runden Tisch aus, an dem ein Gesamtkonzept für eine Südumgehung von Forchheim, aber auch eine Lösung der Verkehrsprobleme von Ebermannstadt, Gößweinstein und Pottenstein mit den zuständigen Stellen und den örtlichen Abgeordneten diskutiert wird.
Josef Hofbauer