ADAC erteilt "heuchlerischer" Ökosteuer Absage

Regionale Verkehrstagung für Oberfranken in Ebermannstadt - Dreispurig befahrbare A73 bleibt Fragezeichen

EBERMANNSTADT. Auf seiner regionalen Verkehrstagung für Oberfranken in Ebermannstadt erteilte der ADAC Nordbayern der von der Bundesregierung aufgestellten Ökosteuer eine Absage und bekannte sich zu einer gesamteuropäischen Verkehrspolitik mit einem starken Automobildachverband als Interessenvertretung für die Belange der Autofahrer.

Gleich zu Beginn der Tagung machte Manfred Strobel, als Vorstandsmitglied zuständig für Verkehr und Technik deutlich, dass er es für heuchlerisch halte, wenn die Bundesregierung den Mineralölfirmen die alleinige Schuld am hohen Benzinpreis in die Schuhe schiebe, obwohl sie es gerade gewesen sei, die mit ihren Steuerhöhungen den Ölmultis und der OPEC gezeigt hatte, wie teuer man den Sprit machen könne und ihn trotzdem aus Mangel an Alternativen immer noch in ausreichenden Mengen verkaufen kann.

Die zusätzlichen Steuereinnahmen für die Senkung der Rentenbeiträge wurden nur zu einem kleinen Teil verwirklicht.

Außerdem würden immer mehr die Investitionen für die Straße reduziert, bis zum Jahr 2002 um 2,5 Milliarden Mark, trotz höheren Steuereinnahmen aus dem Verkehr.

Wie wichtig die die Automobilclubs in Europa sind, hatte sich der stellvertrende Geschäftsführer von Nordbayern Michael Herbst zum Thema genommen, und deren Dachorganisationen AIT und FIA vorgestellt, die seit sechs Jahren europaweit tätig sind. So gibt es europaweit ein einheitliches Verfahren bei den Crash-Tests, gibt es ist Bemühen für ein gemeinsames Mautsystem auf den Weg gebracht.

Gerade die Untersuchungen der Fähren, Strände, Tunnels und Raststätten in Europa erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und sind zu einem großen Sicherheitsfaktor geworden.

Mit verstärkter Verkehrsüberwachung will die oberfränkische Polizei gerade auf den Disco-Routen an den Wochenenden von Freitag bis Sonntag der Unfallhäufigkeit Herr werden, speziell mit auf Jugendliche zugeschnittenen Aktionen.

Die Autobahn A9 von Nürnberg zur Landesgrenze soll bis Ende 2000 mit Ausnahme des 6,3 Kilometer langen Stücks bei Bayreuth sechsstufig ausgebaut sein. Dies teilte Baudirektor Wilhelm Müller von der Autobahndirektion Nordbayern zum Thema Autobahnbau mit. Auch die Autobahn A93 Hof - Weiden wird auf dem 61 Kilometer langen Abschnitt Hof - Nord bis Mitterteich-West zum Jahresende vollendet werden. Ob an den neuralgischen Staupunkten auf der A73 von Forchheim nach Erlangen stundenweise die Standspur als dritte Fahrspur freizugeben, musste Wilhelm Müller passen. Dazu sollen die Erkenntnisse eines Langzeitversuchs auf einer Autobahn bei Würzburg abgewartet werden, bevor man auf der A73 eine ähnliche Einrichtung ins Auge fasst.

Zur Lage beim Bundestraßenbau: Bauoberrat Bernhard Kraus vom Straßenbauamt verwies darauf, dass die geplante Südumgehung Forchheim der B470 in der Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens sei. Die Fortschreibung des Bedarfsplanes sieht u.a. die die Ortsumgehung von Hiltpoltstein vor. Bereits in Bau sind die B2 bei Kappel in Richtung Kemmathen.

Bei den Staatsstraßen im Landkreis Forchheim wurden innerhalb der Neubewertung des fünften Ausbauplanes die Strecken südlich von Geschwand mit 5,4 Millionen Mark, nördlich von Mostviel mit 1,4 Millionen Mark eingestuft und die Verlegung bei Walkersbrunn mit zwei Millionen Mark in die Stufe I eingeordnet.

Abschließend ging man auf das oft geforderte Überholverbot für Lkws auf Autobahnen ein. Um die Auswirkungen eines Überholverbots einschätzen zu können, wird schon seit längerem auf der A8 zwischen München und Ulm ein Großversuch dazu durchgeführt, bei dem ein Lkw-Überholverbot mit und ohne Tempolimit ausprobiert wird.

Erst nach Auswertung der Ergebnisse wollen die Behörden entscheiden.

Fr


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