Heimat spiegelt sich im Herrenzimmer

Rudi Löw und Theo Haas stellten 26. Band des “Arbeitskreises Heimatkunde” im FSV vor

EBERMANNSTADT.“So viele Menschen wie heute waren noch nie bei einer Buchvorstellung” freute sich Dr. Hans Weisel beim Anblick des übervollen Nebenzimmers im Gasthof Post in Ebermannstadt. Mehr als 120 Gäste waren der Einladung zur Vorstellung des “Herrenzimmers”, dem 26. Band des Arbeitskreises Heimatkunde im Fränkische Schweiz-Verein (FSV) gefolgt.

Im Grunde war es weniger eine klassische Buchvorstellung, eher schon ein langer, ein gemütlicher Heimatabend. Dafür sorgten musikalisch die “Laderer” unter der Leitung von Ernst Löw und das “Duo Haas”. Im Wechsel dazu trugen die beiden Autoren Rudi Löw und Theo Haas ihre Gedichte und Geschichten aus dem neuen Heimatbuch vor. Dabei wurde Hintersinniges ebenso wie Lustiges beleuchtet. So kam eine tolle Stimmung auf.

Volksnahes Werk

Hans Weisel, Leiter des Arbeitskreises Heimatkunde im FSV erzählte zwischendurch aus dem Leben der beiden Autoren und des Buchillustrators Erich Müller und von der “Entstehungsgeschichte” des neuen Werkes. In zahlreichen Mundartgedichten berichtete Rudi Löw von lustigen, wahren Begebenheiten, wie sie in jedem Dorf der Region vorkommen. Er blickt zurück auf die “gute alte Zeit”, auf längst vergessenes Brauchtum und wirft einen Blick auf die aktuellen Probleme.

An Büttenreden erinnern manche seiner Mundartgedichte. Und genauso war die Reaktion der Zuhörer: Stürmischer Applaus und lachende Gesichter nach jedem, gestenreich und humorvoll vorgetragenen Gedicht. Bei den vier in hochdeutsch geschriebenen Kurzgeschichten, die Theo Haas zum Buch beisteuerte stand auch die Erinnerung an früher im Mittelpunkt und natürlich der fränkische Humor.

Auch Wehmut war zwischen den Zeilen zu spüren. Zum Beispiel bei der Erzählung über das Leben der “Luckn-Kättl”, die Zeit ihres Lebens im “Hirtenhaus” in Pretzfeld wohnte. “Das alte Hirtenhaus existiert schon lange nicht mehr. Es stand neuen Bedürfnissen im Wege. Nun ist die Kättl auch tot. Wenn es jemals so etwas wie eine gute alte Zeit gegeben hat, dann müssen die Jahre im Hirtenhaus ein Stückchen davon gewesen sein” schreibt Haas.

Mit spitzer Feder

37 ausdrucksstarke Federzeichnungen, die passend zu den jeweiligen Gedichten und Erzählungen gestaltet sind, steuerte der Künstler Erich Müller zu dem 132 Seiten dicken Buch bei. Er beschränkte sich dabei auf das Wesentliche, auf die Fränkische Heimat. Der Betrachter gerät unweigerlich ins Grübeln.

An die vier Stunden dauerte der “Heimatabend” und, wie üblich, überreichte Weisel zum Abschluss der Buchvorstellung jedem Autor ein kleines Präsent - die einzige “Bezahlung” für die zum Teil langjährige und zeitaufwendige Arbeit.

“Das Herrenzimmer” ist bei Palm und Enke in Erlangen erschienen und unter der ISBN-Nummer 3-7896-0597-2 im Buchhandel und auch über die Geschäftstelle des Fränkische-Schweiz-Vereins in Ebermannstadt, Oberes Tor 1, für 19,80 Mark erhältlich.


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