"Wienerla"-Originalrezept rekonstruiert

Das Heimatmuseum wird in der kommenden Saison auch am Sonntag geöffnet

EBERMANNSTADT. Aus zwölf verschiedenen Rezepten ist es dem Altmetzgermeister Heinrich Hübschmann gelungen, in Zusammenarbeit mit Heimatpfleger Erich Döttl das Original-Repezt der Wiener Würstchen des Gasseldorfers Johann Georg Lahner zu rekonstruieren. Dieses Rezept soll mit anderen Preziosen im Heimatmuseum in einem eigenen Raum präsentiert werden.

Persönlichkeiten wie Lahner, dem Bildhauer Theiler oder dem Autor der "Geographie", Johann Wagner, soll ein eigener Raum im Heimatmuseum gewidmet werden. Dies berichtete Museums-Koordinator Dr. Manfred Franze bei der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses. Vorher sollen aber noch die restlichen elektrischen Leitungen verlegt werden. Da bei solchen Arbeiten immer sehr viel Staub aufgewirbelt wird und alles ausgeräumt werden muss, sollen die Arbeiten möglichst auf einmal erledigt werden. Die dafür notwendigen 16900 Mark segnete der Kulturausschuss ab.

Dabei stellte Dr. Franze auch das Konzept für den Raum vor, der unter dem Motto "Ebermannstadt im 18.Jahrhundert" stehen soll. Hier könnte ein Stadtmodell ausgestellt werden, das besonders schön die zwischen den beiden Wiesentarmen liegende Siedlung zeigt. Alternativ könnte ein Modell aus kleinen Klötzchen angefertigt werden. Zur Verfügung stünde auch eine Karte aus dem Jahr 1805, auf der das Rathaus noch mitten auf dem Marktplatz stand.

Vom "Wörschtlaa-Maa" Lahner hat Heimatpfleger Döttl einen Lebenslauf erstellt, der ebenfalls gezeigt werden könnte. Von dem Ratsherrn und Ökonomen Johann Wagner soll der Umschlag seines Buches (vaterländische Geografie) ausgestellt werden. Bildhauser Harro Frey hat zudem ein Modell des Künstlers erstellt. In Erwägung gezogen wird auch, Teile einer alten Liederhandschrift zu präsentieren.

Neu gestaltet werden soll auch der Raum "Stadtgeschichte". Hier will man sich auf wenige ausagekräftige Dinge beschränken. Große Teile dessen, was bis jetzt präsentiert wird, werde ins Depot wandern. Betroffen davon ist unter anderem die Ritterrüstung, die den Kindern zwar gefällt, die aber "leider nicht echt" ist. "Wir werden uns dann eine neue Attraktion suchen müssen. Ein schlüssiges Konzept für den Raum Stadtgeschichte werde derzeit von Anton Girsig und Peter Kriegl bearbeitet. Die in der Vitrine gezeigten Exponate sollen dem Raum Alltagskultur zugeordnet werden. "Da passen sie besser hin" befand Dr. Franze, der betonte, dass jetzt sowieso Winterpause sei.

Geöffnet wird das Heimatmuseum wieder am 1. April, wenn der Ostereiermarkt stattfindet. Diese Attraktion lockte heuer 266 Personen ins Museum. Insgesamt wurden bis zur Schließung am 31. Oktober 1196 Besucher gezählt. Die Sonderausstellung der "amnesty international" von 1. bis 28. Juli sahen 202 Schüler. Neben 24 Gruppen wurden 561 Einzelpersonen gezählt. Sie brachten 917 DM an Eintrittsgeldern in die Kasse.

Bürgermeister Franz Josef Kraus dankte dem Mueumskuratorium für das überaus große Engagement und die gelungene Präsentation der Exponate in den bisher überarbeiteten Räumen. Um noch mehr Einheimische für das Heimatmuseum zu interessieren, wird es im nächsten Jahr sonntags prinzipiell zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet sein. Christl Sieburg hat sich bereit erklärt, an diesen Tagen die Aufsicht zu übernehmen.

Josef Hofbauer


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