Dickes Öl sorgt für dicke Luft
Maschinenbaufirma Geiger will Geruchsbelästigung in den Griff kriegen
RÜSSENBACH. Den Anwohnern der Maschinenbaufirma Geiger stinkt`s.
Und das nicht erst seit gestern. Weil seit acht Wochen keine Besserung eingetreten ist, wurden mittlerweile Bund Naturschutz
und die zuständige Behörde des Landratsamtes Ebermannstadt eingeschaltet.
Seit Mitte
Juni, klagt eine Anwohnerin, wehe von der Firma vormittags und manchmal
auch abends ein penetranter, rauchig öliger Geruch herüber.
Dieser Gestank sei nicht auszuhalten. Außerdem habe sich an den Fensterscheiben ein Ölfilm gebildet.
Im Laufe der Zeit habe sich herauskristallisiert, dass dieses Phänomen immer zwischen zehn und elf Uhr auftritt.
Auf diese Geruchsbelästigung angesprochen, habe der Firmenchef in unwirschem Ton geantwortet, dass die Sache in zwei Wochen behoben sei.
"Das war vor acht Wochen" beschwert sich die Nachbarin.
Getan habe sich allerdings nichts. So beschwerte sich die Anwohnerin beim Landratsamt, doch dort hieß es zunächst, derlei Vorwürfe müssten schriftlich vorgebracht werden.
BN vermittelt
Nun hat sich der Bund Naturschutz der Sache angenommen und auch
Franz Dittrich von der Abteilung Umweltschutz am Landratsamt hat die Ermittlungen aufgenommen.
BN-Chef Heinrich Kattenbeck sprach gestern bei Firmenchef Alexander Geiger vor und informierte anschließend im Beisein mehrerer betroffener Anwohner die Presse.
Das falsche Öl?
Das Rüssenbacher Unternehmen, so Kattenbeck, habe bisher ein Öl verwendet, das aufgrund einer gesetzlichen Änderung nun genehmigungspflichtig geworden ist.
Die Firmenleitung habe sich daher entschlossen, auf ein anderes, dickflüssigeres Öl umzustellen, das allerdings den Nachteil der Geruchsbelästigung mit sich bringt.
Dies habe Alexander Geiger eingeräumt und gleichzeitig versprochen, er wolle in den nächsten zwei, drei Wochen für Abhilfe sorgen.
Entsprechende Kontakte mit Vertretern der Mineralöl-Konzerne seien aufgenommen.
Um die Geruchsbelästigung
einzudämmen, soll nun bei der Absaugung der Abluft etwas geändert werden und auch im Produktionsablauf sollen Verbesserungen eingeführt werden.
Nach dieser selbst gesetzten Frist wollen Landratsamt und Bund Naturschutz erneut nachfragen, inwieweit die gemachten Zusagen eingehalten wurden.
Dann will Heinrich Kattenbeck auch das Problem des immer wieder
mit Ölresten verschmutzen Bächleins in der Nähe der Firma Geiger ansprechen.
"Im Interesse des Naturschutzes und der Gesundheit der Rüssenbacher Bürger muss auch hier eine Lösung gefunden werden" fordert der BN-Kreisvorsitzende.
Josef Hofbauer
© FT 2000 - Der Inhalt der Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten
sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung,
insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und
jede Form von gewerblicher Nutzung sowie der Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in
überarbeiteter Form - ohne Zustimmung des FT sind untersagt.