EBERMANNSTADT. Als engagierter Kämpfer in Sachen Natur erwies sich Wolfgang Erl, Mitglied im Agenda Arbeitskreis Natur und Landschaft. Er klagte im Umweltausschuss über nicht sachgemäß abgeholzte Büsche, eine als Biotop eingetragene Hecke, die komplett abrasiert wurde und weitere Eingriffe in geschütze Landschaftsbestandteile.
Bei einer Begehung der Gemeindefluren Neuses-Poxstall, Niedermirsberg und Burg Feuerstein fiel vor allem im Bereich der "Langen Meile" auf, dass die Flur dort - abgesehen von einer einreihigen Hecke - "baum- und strauchlos" ist. Eine Bereicherung im Zuge einer ökologischen Flurerneuerung hielt er daher für "sehr wünschenwert". Im Zuge einer solchen Maßnahme soll die vorhandene Hecke um eine zweite Reihe erweitert werden, so dass sie ihre ökologische Funktion als Rückzugsraum für Vögel und Reptilien wieder besser erfüllen kann. Bürgermeister Franz Josef Kraus sagte zu, dass die Besitzverhältnisse geklärt und auf städtischem Grund neue Büsche gepflanzt werden.
Ein Landwirt hatte die ursprünglich zweireihige Hecke eigenmächtig auf die halbe Breite reduziert. Aufklärungsbedarf hielten die Stadträte durchaus für gegeben, allerdings müsse man dabei sensibel vorgehen fand Stadtrat Alfred Götz. So rückte das Gremium wieder davon ab, dass Naturschützer die Bürger im Rahmen von Jagdversammlungen aufklären. "Das würde eher das Gegenteil bewirken" fürchtete Ludwig Schwabe. Einen Aufruf des Bürgermeisters im Mitteilungsblatt der Stadt hielten die Mitgleider des Umweltausschusses dagegen für erfolgversprechender. Der Bürgermeister habe die entsprechende Autorität.
Er bekräftigte, dass im Bereich der Stadt nicht weniger als 260 Biotope plus Unterbiotope ausgewiesen seien. Grundsätzlich seien alle Hecken schutzwürdig und dürften nur abschnittsweise zurückgeschnitten werden. Ein "Radikahlschlag" wie er auf einer städtischen Fläche im Bereich der Langen Meile registriert wurde, widerspreche den gesetzlichen Vorgaben. Die Agenda Mitarbeiter haben deshalb die entsprechende Fläche mit Pflöcken abgemarkt und gebeten, den Bereich von Mäharbeiten auszunehmen, bis sich die Hecke erholt hat.
Ebenfalls komplett abgeholzt wurde eine sechs Meter breite und 200 Meter lange Hecke nördlich der Kreisstraße zwischen Burg Feuerstein und der Abzweigung Lindesberg. Die zum Teil armstarken Stümpfe seien stark zerfasert, so dass die Regeneration der Pflanzen stark beeinträchtigt wurde. Der Wert als Biotop sei auf Jahre zerstört. Eine Umweltzerstörung in diesem Ausmaß sei "noch nie dagewesen", klagte Erl.
Entlang des Marktweges von Niedermirsberg nach Rüssenbach seien den Mitgliedern des Arbeitskreises weitere Eingriffe in Biotope aufgefallen. Aus diesem Grund regte der Arbeitskreis an, zur besseren Orientierung der mit Landschaftspflegemaßnahmen beauftragten Personen in die Landschafts-Pflegepläne vorhandene Biotope mit aufzunehmen. Ebenso wurden Bepflanzungsvorschläge unterbreitet. Der Umweltausschuss stimmt zu, diese Anregungen zu berücksichtigen.
Josef Hofbauer