Mit 50 Tonnen Schotter will der Umweltausschuss die Jagdgenossen aus Neuses-Poxstall besänftigen. Damit sollen die entstandenen Schäden am Forstweg wieder behoben werden. Die Reparatur übernehmen die Jagdgenossen selbst.
Kein Gehör fanden dagegen die Jagdgenossen aus Kanndorf. Sie wollten einen Zuschuss für zwei Wegstücke, die sie instandgesetzt hatten. Da die Wege aber im Wald enden und weder als Wanderwege genutzt werden können, noch von öffentlichem Interesse sind, lehnte das Gremium eine finanzielle Förderung der Maßnahmen ab.
Als wohl einmaligen Ausrutscher nahmen die Räte eine festgestellte Bodenbelastung mit Cadmium und Nickel im Bereich der Flur "Lampe" in Wohlmuthshüll zur Kenntnis. Bei Kontrollmessungen auf dem gleichen Grundstück wurden statt der 2,3 mg Cadmium (der Grenzwert liegt bei 1,5 mg) nur noch 0,3 mg festgestellt. Ebenso lag der Nickel-Wert, der statt der erlaubten 50 mg 110 mg betragen hatte, bei der Kontollmessung nur noch bei 20 mg. Die niedrigen Werte wurden bei weiteren Kontrollmessungen bestätigt, so dass die Ausschussmitglieder mit Bürgermeister Kraus das Fazit zogen: "Unser Klärschlamm passt". Damit kein negatives Licht auf den Ebermannstadter Klärschlamm fällt, regte Ludwig Schwabe an, die Probenentnahme strikt zu trennen. Das Gremium einigte sich, dass bei den nächsten Untersuchungen im Flurgebiet "Lampe" eine neutrale Person vom Bauamt dafür abgestellt wird.
Wann mit dem Ausbau der "Langen Bergfuhre" begonnen werden kann, hängt vom Landratsamt ab informierte Bürgermeister Kraus. Die Behörde müsse die Notwendigkeit offiziell feststellen, nachdem die Zustimmung zum Wegebau nicht einstimmig ausgefallen war. Der Bürgermeister zeigte sich jedoch zuversichtlichtlich, zumal sich von 59 Beteiligten 30 für den Ausbau ausgesprochen hatten und es nur 16 Nein-Stimmen gegeben hatte. Die Stimmenthaltungen werden den Ja-Stimmen zugerechnet.
Die probeweise Einführung des "gelben Sackes" in Ebermannstadt ab 1. Oktober sei letztlich nur dem Engagement der Firma Fritsche zu verdanken konstatierte CSU-Fraktionschef Hubert Herbst. Das Entsorgungsunternehmen habe im Gegensatz zum Landratsamt die Errichtung eines Wertstoffhofes in Aussicht gestellt bei dem - gegen Gebühr - auch geringe Mengen an Bauschutt und Grüngut, Elektonikschrott usw angenommen werden.
"Der Landkreis hat ganz einfach nicht gewollt" fand Bürgermeister Kraus deutliche Worte in dieser Angelegenheit. Landrat Glauber sei davon ausgegangen, dass der bestehende Wertstoffhof im Gegensatz zum Beschluss der städtischen Gremien weiter geduldet werde. Umso positiver wertete der Bürgermeister die Privatinitiative.
Auf Vorschlag von Stadtrat Ludwig Schwabe soll die Einführung des "gelben Sackes" aber größtenteils auf das Stadtgebiet beschränkt bleiben. Die Orte, in denen bisher das Wertstoffmobil Station machte, sollen künftig nicht schlechter gestellt und weiter vom Umweltmobil bedient werden. Als weiteres Kriterium für die Einführung des "gelben Sackes" forderte der Umweltausschuss, dass alle Leistungen, die bisher im Wertstoffhof kostenlos angeboten wurden auch weiterhin gewährleistet sein müssen.
Zufrieden nahm das Gremium zur Kenntnis, dass die Wiesent in der Gewässergütekarte weiterhin als "mäßig belastet" eingestuft wird. Diese Klassifizierung gelte für die ganze Wiesent und sei Folge der enormen Anstrengungen der vergangenen Jahrzehnte in die Kanalisation und die Kläranlagen. So sauber wie jetzt, war die Wiesent in den letzten 30 Jahren nicht freuten sich die Ratsmitglieder. Indikatoren für die Gewässergüte seien Köcherfliegenlarven (Eintagsfliegen) und Neunaugen, die nun wieder häufig anzutreffen seien.
Josef Hofbauer